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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
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seiner Tochter ruhigern Schrittes als zuvor seinen Weg nachEdinburg an.

Ein großes alterthümliches Gebäude, von dem Gefängnißdurch einen viereckigen Platz getrennt, war der Schauplatz ge-richtlicher Vorgänge. Schon waren die Stadtsoldaten aufihren Posten, und wehrten der bunten Menge, die sich drängteund stieß, begierig die Unglückliche zu sehen, wenn man sie vomGefängniß aus über den Platz führen würde. Gewöhnlich zeigtder Pöbel eine kalte Gleichgültigkeit bei Scenen dieser Art.Wenn nicht ein besonderer Umstand die Theilnahme einzelneroder aller in Anspruch nimmt, wird kein tieferes Gefühl alsdas der Neugier an ihnen wahrgenommen. Sie lachen, scher-zen, streiten, stoßen sich hin und her, so lustig und unbeküm-mert, als ob sie zu Feiertagspielen, oder zum Begaffen einesFestaufzugs zusammengckommen wären. Zuweilen weckt siejedoch ein plötzlicher Antrieb aus dieser Stumpfheit.

Als Deans und seine Tochter ihren Weg über diesen Platznehmen wollten, um zur Thür des Gerichtshauses zu gelangen,geriethen sie unter den drängenden Haufen und sahen sich folg-lich dem frechen Uebermuth desselben ausgesetzt. Da der Greisden rohen Stößen, die er von allen Seiten empfing, mit ei-niger Kraft Widerstand leistete, zog sein Wesen und seine ver-altete Kleidung die Blicke der müßigen Gaffer auf sich. Mitbewundernswürdiger Unterscheidungskrast erkennt oft der ge-meine Haufen die Eigenthümlichkeit eines Mannes aus seineräußern Erscheinung. Ein Kerl sang ein Spottlied auf dieReligionspartci, welcher Deans angehörte. Ein ähnliches er-scholl von einer andern Seite her aus einer nicht zarten weib-lichen Kehle. Ein zerlumpter Lastträger, von David Deansbei seinem Versuch rasch hindurch zu kommen ein wenig ge-drängt, fragte ihn mit einem derben bezugvollen Fluch, was