test? Damals warst Du ein Kind, jetzt bist Du erwachsen,und solltest nicht begehren, was Dir schadet. — Aber magnun Gutes oder Böses daraus entstehen, ich kann Dir nichtabschlagen, was Du mit der Thräne im Auge von mirforderst."
Effie umarmte sie, küßte ihre Wange und Stirn, und li-spelte: „O, wenn Du nur wüßtest, wie wohl es mir thut, nurdas Mindeste, was wie Liebe und Freundschaft aussteht, vonDir zu erfahren, Du würdest Dich nicht wundern über meineifriges Bitten."
Jeanie seufzte, und begann ihre Erzählung dessen, waszwischen ihr und Robertson vorgegangen. Effie horchte mitzurückgchallenem Athem, indem sie der Schwester Hand inder ihrigen hielt, und sie unverwandt ansah, als ob sie jedesihrer Worte verschlingen wollte. Ein leises von Seufzernbegleitetes: „Armer Junge! — Armer Georg!" war Alles,womit sie zuweilen die Erzählung unterbrach. Auch nach Be-endigung derselben schwieg sie noch eine Weile.
„Und dies war sein Rath?" sagte sie endlich. Jeanie be-jahte es.
„Und er forderte Dich auf, jenen Leuten etwas zu sagen,was mein junges Leben retten kann?"
„Er forderte mich auf, einen Meineid zu schwören."
„Und Du sagtest ihm, Du wolltest nicht davon hören, zwi-schen mich und den Tod zu treten, den ich sterben muß, undbin noch nicht achtzehn Jahr?"
„Ich sagte ihm," versetzte Jeanie, von diesen Aeußerungenihrer Schwester geängstigt, „ich dürfte keine Unwahrheit be-schwören."
„Was nennst Du eine Unwahrheit?" rief Effie heftig. „Wiekannst Du glauben, Mädchen, eine Mutter würde ihr eigenes