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ging und ließ seine Tochter in dem peinlichsten Zustandezurück.
So schweres Leiden David Deans auch bereits zu tragenhatte, so wäre es doch kein geringer Zuwachs desselben gewesen,hätte er ahnen können, seine Tochter glaube sich von ihm aufge-fordert, eins jener göttlichen Gebote zu übertreten, die vonallen Christen ohne Unterschied als die heiligsten geachtet werden.
„Ist es möglich ?" sagte Jeanie, als die Thür sich hin ter ihremVater schloß, „sind dies wirklich seine Worte, oder hat derFeind der Menschen sich seiner Stimme und Gestalt bedient, Ge-wicht zu geben den Rathschlägen, die da tödten ? — Einer Schwe-ster Leben, und ein Vater, der mir andcutet, wie sie zu retten! —O schütze mich, Gott! — Dies ist eine furchtbare Versuchung!"
Indem sie von einem Gedanken zum andern schweifte, fiel eSihr ein, ihr Vater könne das achte Gebot buchstäblich genommenhaben, als untersage es nur falsches Zeugniß wider unfernNächsten, und nicht eine Unwahrheit zu Gunsten der Ange-klagten. Allein ihr klarer, richtiger Sinn verwarf augenblick-lich eine so beschränkte und seines Urhebers so unwürdige Aus-legung des Gesetzes. — Sie war in der gewaltsamsten Bewe-gung. Voll Scheu, sich ihrem Vater mitzuthcilen, dessenEntscheidung sie vielleicht verwerfen mußte, — in herzzereißen-dem Jammer um ihre Schwester — bitterer noch durch dasBewußtsein, sie habe das Mittel der Rettung in ihrer Ge-walt, und dürfe es nicht anwenden — wurde sie hin und hergeschleudert, wie ein Schiff auf offener Rhede von dem To-ben des Sturmes, und wie dieses festgehalten von einemsichern Tau und Anker — dem Glauben an die Vorsehungund dem Entschluß ihrer Pflicht zu thun.
An Butlcr's Zuneigung und strengem Pflichtgefühl hätte sie indieser Lage eine tröstende Stütze finden können; doch wegen der