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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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fortwährenden Beschränkung seiner Freiheit erschien er jetztnicht zu St. Leonards. So war sie denn auf sich selbst, undauf ihr eigenes Gefühl, was recht und unrecht sei, ange-wiesen.

Schon längst hatten beide Schwestern einander zu sehengewünscht, und noch immer wurde ihnen dies versagt. Vor-züglich deshalb, weil man eher etwas über Robertson vonihnen herauszulocken hoffte, wenn man sie getrennt hielt.Bei einem neuen Versuch Jeanie'S, zu ihrer Schwester einge-lassen zu werden, befragte man sie über diesen Gegenstand.Sie erklärte fest und bestimmt, sie habe nie etwas von Ro-bertson gewußt, und habe ihn nie gesehen, als in jener Nacht,wo er sie berufen, ihr einen Rath wegen ihrer Schwester zugeben. Was für ein Rath dies sei, sagte sie, müsse zwischenGott und ihrem Gewissen bleiben. Von Robertson's frühe-rem Leben, seinen künftigen Plänen, seinem gegenwärtigenAufenthalt wisse sie nichts, und habe demnach nichts mitzu-theilen.

Auch von Effie war nichts zu erfahren, obgleich aus an-dern Gründen. Umsonst versprach man ihr Milderung ihrerStrafe, und sogar völlige Begnadigung, wenn sie Alles aus-sagen würde, was ihr von ihrem Geliebten bekannt sei. Sieantwortete nur mit Thränen, oder wenn man sie allzusehrmit Fragen peinigte, mit unehrerbietigem Trotz.

In der Hoffnung, sie werde noch zu diesem Geständniß zubewegen sein, hatte man es stets verzögert, ihre eigene Sachezum Spruch kommen zu lassen. Ermüdet von ihrer Hartnäckig-keit, setzte das Gericht endlich den Entscheidungstag fest.

Jetzt und jetzt erst erinnerte sich Scharfenklau seinesEffie gegebenen Versprechens, die Schwester zu ihr vorzulas-sen; oder vielmehr plagte ihn Frau Sattelbaum, seine Nach-

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