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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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felhaftes sein? Gedenke, Vater, des achten Gebots: Du sollstkein falsch Zeugniß reden wider Deinen Nächsten."

David Deans schwieg; denn indem er ihre Rede auf dieSchwierigkeiten bezog, die er sich vorstellte, schien es ihm alsob sie, ein Weib, eine Schwester, kaum das Recht habe, sobedenklich bei einem Schritt zu sein, den er, ein Mann, ge-prüft im Glauben, sich nicht scheue ihr zu gestatten. Ja,hatte er sie nicht gewissermaßen aufgcfordert, den Gefühlenihres Herzens zu folgen? Doch blieb er noch bei dem frühergefaßten Vorsatz, Ins seine Blicke wieder auf das kleine Bett-chen fielen, und Effie's Gestalt sich ihm vergegenwärtigte, wiesie dasaß, das Kind seines Alters, bleich, abgehärmt, ein Bilddes Jammers. Diese Erscheinung seiner Einbildungskraft rißihn fort. Beinahe unwillkürlich sprach er Einiges, sich undJeanie zu überreden, was von ihr verlangt werde, könne un-ter gewissen Bedingungen erlaubt sein.

Doch bald warf er sich vor, daß er so die Glaubensfestig-keit seiner Tochter untergrabe- Er hielt plötzlich inne.Jea-nie," fuhr er mit verändertem Tone fort,ich sehe wohl, un-sere irdischen Triebe sind zu mächtig für mich in dieser Stundeder Prüfung, als daß sie mir erlaubten, meine eigenen Pflich-ten im Auge zu behalten, oder Dich in der Dcinigen zu lei-ten. Ich will nichts mehr darüber sagen, die Versuchung istallzu groß. Jeanie, wenn Du kannst, wenn Du cs vorGott und Deinem Gewissen darfst, sprich für diese Unglück-liche" seine Stimme stocktesie ist Deine Schwester imFleisch, unwürdig, wie sie auch sein mag, sie ist die Tochtereiner Seligen im Himmel, welche Dir, Jeanie, eine Muttergewesen, anstatt Deiner eigenen. Doch, wenn Dein Ge-wissen Dir nicht erlaubt vor Gericht für sie aufzutreten, folgeDeinem Gewissen, Jeanie, und Gottes Wille geschehe!" Er