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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
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Sfine Miene und sein Wesen verricthen auch nicht das Win-dete von den tiefen Leiden seiner Seele. Mittelburg schwiegeinige Augenblicke in der Voraussetzung, Deans werde seine Ge-gerwart nicht ganz unbeachtet lassen. Da er sich getäuscht sah,mußte er selbst ohne weitere Einleitung das Gespräch beginnen.

Mein Name ist Mittelburg, Jakob Mittelburg, und ichbin Mitglied des Raths zu Edinburg."

Kann sein," sagte Deans kurz, ohne seine Arbeit zu un-terbrechen.

Die Pflichten unseres Standes haben zu Zeiten etwasehr Peinliches."

Kann sein; ich will'S nicht bestreiten."

Wir sehen uns oft genöthigt, höchst schmerzliche Unter-suchungen anzustellen."

Kann sein; ich habe nichts dagegen."

Sie haben zwei Töchter, Herr Deans?"

Der alte Mann suhr in die Höhe, wie bei einem plötzli-chen Stoß an eine schwere Wunde, faßte sich aber gleich wie-der und sagte, seine Arbeit sortsetzend, mit finsterer Entschlos-senheit:Eine Tochter, Herr, nur eine."

Ich verstehe; Sie haben nur eine Tochter hier im Hause. Allein jenes unglückliche Mädchen dort im Gefängnißsie ist, glaube ich, Ihre jüngste Tochter?"

Deans blickte finster empor.Dem Fleisch nach und inweltlicher Bedeutung ist sie meine Tochter. Allein als fie einBelialskind ward, und eine leidige Sünderin, da hörte sieauf mein Kind zu sein."

Ach, guter Mann," sagte Mittelburg, indem er ssch ne-ben ihm niederließ und seine Hand fassen wollte, die der Greisihm aber stolz entzogwir find ja alle Sünder. Und wirsollten deshalb nicht zu großes Aergerniß nehmen an den Irr-