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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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Indessen hatte der Unwille über den Vorgang mitPorteousden Rcgentschaftsrath in London zu Maßregeln bewogen, indenen wenig Rücksicht auf die Sinnesart der Schotten und dieAnsichten ihrer Geistlichen genommen ward. Durch einen eiligsterlassenen Parlamentsbeschluß wurde jedem, der einen der Thä-ter angeben würde, eine Belohnung von zweihundert Pfundzugesichert, und eine bis dahin unerhörte Strenge solchen,die Schuldige bei sich aufnähmen, die Todesstrafe zuerkannt.Den meisten Anstoß hiebei erregte die hinzugefügte Bestimmung,dieser Regierungsbefehl solle auf gewisse Zeit am ersten Sonn-tag jedes Monats vor dem Beginn des Gottesdienstes von derKanzel verlesen werden. Die Geistlichen, die dem zuwiderHandelten, wurden jeder Beförderung für unfähig erklärt.

Diese gewaltsamen Maßregeln brachten große Bewegungenin Edinburg hervor. Es schien Vielen, als nähme man, was eingereizter Pöbel gethan, nur zum Vorwand, die Rechte und Frei-heiten Schottlands und seiner alten Hauptstadt desto schneller zuunterdrücken; und eine fast allgemeine Unzufriedenheit erfolgte-

Unter diesen Gährungen sollte endlich Effie, nach einerGefangenschaft von mehreren Wochen, vor Gericht gezogenwerden. Auch Mittelburg fand einige Muße zu seinem be-absichtigten Gang nach St. Leonard's, und an einem schönenTage machte er sich auf den Weg. Für einen ernsten bür-gerlichen Mann der damaligen Zeit war dieser ländlicheStreifzug ein ziemlich bedeutender. Dreivicrtel Stundenfeierlichen DahinschreitenS brachten ihn jedoch zur demüthigenWohnung des alten David Deans.

Der Greis saß aus einer Rasenbank vor seiner Hütte, beschäf-tigt sein Wagengeschirr auszubeffern- Mit strengem Ernst fuhrer in seiner Arbeit fort, nachdem er nur eben ein wenig dasHaupt erhoben, die Annäherung des Fremden zu bemerken-