Die kreischende Stimme ihrer Mutter ließ sich draußen hören:»Magda, Du Teufelskind, gib Acht, ich komme Dich zu holen!"
»Hört Ihr sie wohl?" sagte Magda, ohne sich durch derMutter Zuruf in ihrem Geschwätz stören zu lassen. — „Ich kommeschon, Mutter, ich komme schon," rief sie jedoch nach einer Weile,als sie hörte, daß die Alte sich draußen mit den Gerichtsdie-nern zankte, die sie nicht wieder hineinlassen wollten. Sieerhob die Hand mit wilder Bewegung und sang gewaltig:
„Zur Lust auf, zur blauen.
Auf der Stute, der grauen,
Noch sehe, noch sehe, noch sehe ich sie."
Und mit einem Sprung war sie zur Thür hinaus, wie dieHeren im Macbeth in früheren Zeiten zu thun pflegten, da-mit es scheine, als ob sie von der Bühne aufwärts flögen.
Es vergingen einige Wochen, che der Rathsherr Mittelburgseinen wohlwollenden Vorsatz, selbst nach St- Leonard's zu gehen,ausführen konnte. Die Sorge, Porteous' Mörder zu entdecken,beschäftigte die Aufmerksamkeit aller, denen die Rechtspflege oblag.
Während der Verhandlungen über diesen Gegenstand ereignetesich Einiges, was wir erwähnen müssen. Butler wurde nach ge-nauer Untersuchung seines Benehmens von aller Schuld an demTode des Porteous freigesprochen. Doch da er bei dem Vorgängegegenwärlig gewesen, glaubte man seiner als Zeugen zu bedür-fen, weshalb er Bürgschaft stellen mußte, seinen Wohnort Lib-berton nicht zu verlassen. Der andere wichtige Umstand war dasVerschwinden der Magda Wildfeuer und ihrer Mutter. Als mansie suchte, um wo möglich noch etwas von ihnen zu erfragen,fand es sich, daß sie der Wachsamkeit der Polizei entgangenwaren, und in demselben Augenblick, wo man sie aus demRaihszimmer entließ, sich aus der Stadt entfernt hatten.Alle Bemühungen, ihre Spur aufzufinden, blieben fruchtlos.