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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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geschehen sein. Sie könne beweisen, daß sie jene Nacht in einemDorf, zwei Meilen von der Stadt, zugebracht. Und dies wardwirklich von einem der Häscher bekräftigt, der sie daselbst gesehen.

Während dieser Verhandlungen trat Magda Wildfeuer ein,und ihre ersten Worte waren:Ei, sch' mir einer, ob nicht da unseralter sündhafter Zankteufel von Mutter ist! Wie, Ihr Herr»,ist's nicht eine brave Äippschaft, beide auf einmal in Haft?Aber wir haben bessere Zeiten gekannt. Nicht wahr, Mutter?"

In den Augen der Mutter hatte etwas der Freude Aehnlichesgeglänzt, als sie ihre Tochter frei sah. Allein entweder konnte sie,gleich einer Tigerin, ihre natürliche Zuneigung nicht ohne Aus-brüche der Wildheit darthun, oder Magda's Worte hatten Gedan-ken in ihr erweckt, die ihren bösen, haßerfüllten Sinn wiederauf-regten.Was bekümmerst Du Dich um das, was wir waren,Du Landstreicherin!" rief sie, indem sie ihre Tochter sehr unsanftvor sich her nach der Thür zu stieß.Willst Du wissen, was Dujetzt bist? Eine tolle liederliche Dirne, die in vierzehn Ta-gen nichts als Wasser und Brod bekommen soll, zur Strafefür all die Mühe und Plage, die Du mir gemacht hast. Unddas ist noch viel zu gut für Dich, Du Faullenzerin Du!"

Magda entwischte jedoch ihrer Mutter vor der Thür, lief zumGerichtstisch zurück, machte eine tiefe wunderliche Verbeugungund sagte mit kicherndem Lachen:Unsere Frau Mutter ist sehrmißgelaunt nach ihrer Gewohnheit- Sie wird sich wohlgezankt haben mit ihrem alten Gevatter das ist der Sa-tan, Ihr Herren," fügte sie mit leisem, vertraulichem Tonehinzu.Der Gevatter und sie sind nicht immer gut Freundmit einander; und dann muß ich cS ausbadcn. Aber ichmache mir nichts daraus. Und wenn sie auch nichts vonLebensart weiß, so können doch andere klügere Leute manier-lich sein." Hier machte sie wieder eine tiefe Verbeugung.