Alles lachte- Der Witz schien für den Ort geeignet, wo erausgesprochen ward. Dieser allgemeine Beifall schmeichelte deralten Here, ihr widerliches Antlitz verzog sich sogar zum Lachenhöhnischen Ingrimms. Etwas besänftigt jedoch durch den gün-stigen Erfolg ihres Zungenhiebs, ließ sie sich nun herab, ihrAnliegen, deutlicher zu erklären, als Mittelburg, nachdem erRuhe geboten, sie nochmals dazu aufforderte.
Ihr Kind sei ihr Kind, sagte sie, und sie komme, sie aus demGefängniß zu holen. Wenn das arme Ding nicht so klug wäre,als andre Leute, so hätten auch wenig andre Leute so viel aus-gestanden. Sie könnte fünfzig und abermals fünfzig Zeugenaufstellen, daß ihre Tochter den HanS Porteous niemals we-der lebend noch tobt mit Augen gesehen, als nur das eineMal an des Churfürsten von Hannover Geburtstag, wo ermit dem Stock nach ihr geschlagen, der Unmensch der, weilsie eine todte Katze nach des Bürgermeisters Perücke geworfen.
Ungeachtet des mißfälligen Eindrucks, den die Erscheinungdieses Weibes hervorbrachte, fühlte doch Mittelburg die Wahrheitihrer Behauptung, daß ihr Kind ihr lieb sein könne, wie jederMutter das ihrige. Er erkundigte sich genau, weshalb MagdaMurdockson, — oder Wildfeuer — eingezogcn worden, und da essich ergab, sie sei nicht bei dem Tumult gegenwärtig gewesen, be-fahl er, sie der Mutter zurückzugeben, und nur ein wachsamesAuge auf sie zu haben. Während man Magda aus dem Gefängnißholte (denn sie war diesen Morgen wieder aufgefunden und dahinzurückgebracht worden), bemühte sich Mittelburg von der Mutterzu erfahren, ob sie um den Kleiderwechsel Robertson's wisse.Allein hierüber konnte er kein Licht erhalten- Sie bestand aufder Erklärung, sie habe Robertson nicht ein einzigmal gesehn,seit er aus der Kirche entsprungen, und wenn ihre Tochterihm Kleider geliehen, müsse es während ihrer Abwesenheit