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Am folgenden Morgen mußte er seinen Bericht abstatten.Die gerichtlichen Angelegenheiten werden dort von den Rath-männern wechselsweise geleitet. Herr Mittelburg, dem diesGeschäft jetzt oblag, war ein Mann, der in großer und ver-dienter Achtung stand. Er besaß keine sonderlichen Kenntnisse,dennoch war er durch seinen Scharfblick, seine Geduld, seinestrenge Redlichkeit sehr geeignet zu dem Amt, das er bekleidete.
Er batte eben seinen Sitz eingenommen, und war in leb-haftem Gespräch mit einem seiner Amtsgenoffen über einigesZweifelhafte beim Ballspiel von gestern, als ihm ein Briefüberbracht wurde, mit der Aufschrift: „Dem Rathsherrn Mit-telburg. — Schleunigst." Der Inhalt war folgender:
„Mein Herr,
Sie find mir als ein Mann von Verstand und Gefühl bekannt,und als ein solcher, der gern Gott dienen mag, wäre es auchauf des Teufels Begehren. Ich erwarte daher, Sie werdenmein Zeugniß nicht verwerfen, bekenne ich gleich durch die Un-terschrift dieses Briefs meinen Antheil an einem Vorgang, denich zu gehöriger Zeit und am gehörigen Ort weder zu gestehnnoch zu rechtfertigen mich scheue. Der Geistliche Butler istunschuldig. Seine Gegenwart bei einer Handlung, zu derenBilligung cs ihm an Geist fehlt, war gezwungen; und er be-mühte fick, hinlänglich, mit wohlgesetzten Worten uns davonabzumahncn. Doch nicht seinetwegen wende ich mich an Sie.Es befindet sich in Ihren Gefängnissen ein Mädchen, vomSchwert eines so furchtbar grausamen Gesetzes bedroht, dasgleich verrosteten Waffen zwanzig Jahre lang an den Mauernhing, und nun hcruntergenommen und gewetzt, das Blut desschönsten und unschuldigsten Geschöpfs zu vergießen bestimmtist. Ihre Schwester kennt ihre Unschuld; denn ihr entdecktesie, daß ein Bube sie betrog- — O, möge der Himmel