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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
Seite
22
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das Blut dringt doch durch. Ich sagte ihr, sie sollte es imSt- Anton's Brunnen waschen, da wird es rein, wenn's ir-gend wo rein wird. Aber man sagt, Blut ginge nie ausdem Lcinenzeuge. Meister Sanders' neues Bleichwaffcrhilft auch nicht. Ich habe cs selbst versucht zu Hause miteinem alten Lumpen, cs sind Blutflecke darin von einem klei-nen Schreibalge, der irgend wie zu Schaden gekommen, siewollen aber nicht heraus. ES ist wunderlich, nicht wahr?Nun will ich einmal in einer hübschen Nacht wie heut nachSt. Anton's Segenbrunnen damit gehen, und ich will ElseMuschat aufwecken, und dann wollen wir eine große Beuch-wäfche mit einander machen, und unser Leinen in den Strah-len des lieben Mondes bleichen, den ich viel besser leiden mag,als die Sonne. Die Sonne ist so schrecklich heiß, und Ihrwißt, mein Kopf ist mir ohnedies heiß genug. Aber der Mond,und der Thau, und der Nachtwind, sie thun mir wohl, als obkühlende Kohlblättcr mir auf die Stirn gelegt würden. Undzuweilen denk' ich, der Mond scheint nur mir zu Gefallen,wenn Niemand anders da ist, ihn zu sehen, als ich "

Mit bewundernswürdiger Schnelligkeit sprach sie alles diesund mehr dergleichen, indem sie hastig vorwärts schritt undRatcliffe mit sich fort zog, der sich scheinbar bemühte, sie zurMäßigung ihrer Stimme zu bewegen-

Plötziich stand sie auf der Spitze eines kleinen Hügels still,blickte empor, und sprach einige Minuten lang keine Sylbe.

Was znm Teufel sicht sie an?" sagte Scharfenklau zuRatcliffe;könnt Ihr sie nicht zum Weitergehen bringen?"

Ihr müßt ein bischen Geduld mit ihr haben," erwiederteRatcliffe;sie geht auch keinen Schritt, wenn sie nicht Lust hat."

Magda hatte zuerst wie in tiefen Gedanken gestanden,Plötzlich brach sie in ein lautes Lachen aus, dann schwieg sie