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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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und seufzte schwer; bald erfolgte ein neuer Ausbruch jeneranscheinenden Lustigleit, dann heftete sie die Augen aufden Mond, und sang mit gewaltiger Stimme:

O schöner Mond, ich grüße dich;

Doch sei mir hold, und zeige mir fein

Die Züge, daS Wesen, die Ned' und den Stund

DeS Mannes, der mein Treuliebster soll sein."

Aber darum brauch' ich nicht erst den Mond zu bitten,ich weiß cs gut genug ohnedies. Ein Treuliebster freilichwar er nicht, doch kein Mensch soll sagen, daß ich jemals einWort davon ausgeplaudert. Aber das Kind, wollt' ich,lebte noch. Nun, du lieber Gott, es ist ein Himmel überuns allen," sie seufzte tief,und ein freundlicher Mondund Sterne daneben," hier lachte sie wieder laut auf.

Sollen wir die ganze Nacht hier stehen," rief Scharfen-klau ungeduldig.Zieht sie mit Euch fort."

Ja, Herr," erwiederte Ratcliffe,wenn wir nur wüßten,welchen Weg wir ziehen sollten. Komm, Magda, komm,Kind, wir sind sonst nicht zeitig genug dort, Nikol Muschatund seine Frau zu sprechen, führe uns weiter."

Das will ich, Raichen, sagte sie, ihn beim Arm ergrei-fend, und ihren Weg mit gewaltigen Schritten fortsetzend.Und ich muß dir sagen, Rat, Nikol Muschat wird sich rechtfreuen, Dich zu sehen. Denn er sagt, solch' einen argen Höl-lenhund, wie Du, gibt es in der Welt nicht mehr, und ermöchte gar zu gern ein Bischen mit Dir reden. Gleich undgleich, wie du weißt, das Sprichwort trifft immer zu, undIhr seid beide ein Paar von des Teufels Rangen, eS istschwer zu sagen, wer von Euch den wärmsten Platz an seinemGlutherde verdient."