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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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Bis dahin war das arme niedcrgebeugte Mädchen demWege gefolgt, den Scharfenklau sie führte. Denn was erlistig vorbrachte, war so auf ihren gegenwärtigen Seelenzu-stand berechnet, daß ihre Antworten nur eine Art lauten Den-kens wurden, zu welchem Selbstvergessen die von Natur oderdurch den Druck der Leiden zur Geistesabwesenheit Geneigtenleicht zu führen sind. Allein die letzte forschende Frage wecktesie augenblicklich aus diesem Traum.

Was war es, das ich sagte?« rief sie, indem sie plötzlichsich aufrecht setzte, und ihr aufgelöstes Haar von dem bleichen,doch immer noch schönen Antlitz zurückschlug. Sie heftete dieAugen kühn und durchdringend auf Scharfenklau:Sie sindzu edel, Herr, zu sehr Biedermann, um darauf zu achten,was ein unglückliches Geschöpf hervorbringt, das kaum nochseine Sinne hat. Helfe mir Gott!"

Zu Eurem Besten, Effie," sagte Scharfenklau zuredend;ich möchte gern etwas zu Eurem Besten thun; und nichtskönnte Euch so dienlich sein, Kind, als wenn wir den Schur-ken, den Robertson, fingen."

O geben Sie ihm keinen Schimpfnamen, Herr, der Sieniemals beschimpfte! Robertson? Ich habe gegen keinendieses Namens etwas zu sagen, und werde nichts sagen."

Aber wenn Ihr nicht Euer eignes Unglück bedenkt, sosolltet Ihr doch bedenken, welchen Jammer er über die Euri-gen gebracht hat."

O stehe Gott mir bei!" rief die Unglückliche;mein armerVater, meine liebe Jeanie! dies ist das Bitterste! Ach,Herr, wenn Sie menschlich sind, wenn Sie nur einen Funkenvon Mitleid haben denn die Leute hier sind hart wieStein, so befehlt ihnen, meine Schwester Jeanie hereinzu-laffen, wenn sie das nächste Mal kommt. Ach, wenn ich sie

Kerker von Edinburg. II. L