„Geht man hier höflich mit Euch um? ES ist meine Schul-digkeit darnach zu fragen."
„Sehr höflich, Herr," sagte Esfie, sich zur Antwort zwin-gend, doch ohne recht zu wissen was sie sprach.
„Und die Speisen, — gibt man Euch was Ihr gern habt?Oder möchtet Ihr wohl etwas Anderes, denn Eure Gesund-heit scheint nicht sonderlich?"
„Es ist Alles sehr gut, Herr, ich danke Ihnen," sagte diearme Gefangene in einem Ton, nur allzu verschieden von je-nem lebhaft muntern der Lilie von St. Leonards. „Es istsehr gut, — zu gut für mich."
„Das muß ein rechter Schurke sein, Esfie, der Euch dazugebracht hat," sagte Scharfenklau-
Diese Bemerkung entsprang theils aus einem natürlichenGefühl, von dem er sich trotz seiner gewohnten Härte nichtganz losmachen konnte, theils aus der Absicht, das Gesprächauf diesen Gegenstand hinzuleiten. „Gewiß und wahrhaftig;das muß ein rechter Schurke sein," wiederholte er; „ich wolltenur ich könnte ihn derb auspeitschen lassen."
„Meine Schuld ist größer als die seinige," sagte Esfie;„ich habe es besser vor mir gesehen. Aber er, der Aermste."— Sie hielt inne.
„War ein Taugenichts," ergänzte Scharfenklau. „EinFremdling hier zu Lande, Esfie, und ein Kumpan jenes nichts-nutzigen Kerls, des Wilson."
„Es wäre ein Glück für ihn gewesen, wenn er, Wilsonniemals gesehn hätte."
„Da habt Ihr Recht, Esfie. — Wo kamt Ihr denn ge-wöhnlich mit Robertson zusammen, Kind? Beim Calton-Grunde, nicht wahr?"