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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
Seite
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kennen. Doch so ausdrucksvoll seine Züge waren, so erinnertesich Butler doch nicht, ihn je gesehen zu haben.

Die Gesichtsfarbe dieses Mannes war dunkel und seinAlter bereits etwas vorgerückt. Das pechschwarze Haar, schonein wenig mit Grau durchschossen, trug er kurz abgeschnittenund glatt über die Stirn gekämmt. Sein Gesicht hatte eherden Ausdruck der Büberei als des Lasters, er verrieth eherdie Neigung zu Betrug und Hinterlist, als das- es die Spurenwilder, fesselnloser Leidenschaften zeigte. Die scharfen, lebhaftschwarzen Angen, die kühnen Züge, das stets bereite sardoni-sche Lächeln, seine Gewandtheit und Dreistigkeit gaben ihmganz und gar das Ansehen eines verschlagenen Schurken. Aufeinem Jahrmarkt würde man ihn sicher für einen betrügeri-schen Pferdehändler gehalten haben, wohl bekannt mit allenKunststücken seines Gewerbes; doch in einer Einöde hätte manschwerlich eine Gcwaltthat von ihm befürchtet. Auch seine Klei-dung war die eines Pferdehändlers: ein langer Reitrock mitgroßen Metallknöpfen, grobe blaue Beinkleider, woran zugleichdie Strümpfe befestigt waren, und ein hernntergcschlagenerHut- Ihm fehlte nichts, als die Peitsche unter dem Arm undder Sporn an einem Fuß, um den Anzug vollständig zn machen.

Euer Name ist Jakob Ratcliffc?" fragte der Richter.

Ja, mit Ew. Gnaden Erlaubniß."

Das heißt, Ihr würdet einen andern nennen, wenn mirder nicht gefiele?"

Zwanzig für einen, mit Ew. Gnaden Erlaubniß."

Doch Jakob Ralcliffe ist Euer gegenwärtiger Name?Und welches ist Euer Gewerbe?"

Ich kann just nicht sagen, daß ich eigentlich ein sogenann-tes Gewerbe habe."

«Doch welches istEnerNahrungszwcig-EurcBcschäftigung?"