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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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ten, da ihm jedes Wort ein Dolchstich sei. Als aber Sattel-baum im Fortgang seiner Rede ihm den Rath ertheilte, einenSachwalt für seine Tochter zu wählen, und dazu diesen undjenen vorschlug, ereiferte sich Deans, und weigerte sich, mitEinem der Erwähnten zu thun zu haben, weil ihre Denkungs-weise, gänzlich verschieden von der seinigen, ihm als eine ruch-lose erschien- Dieser Gegenstand wurde eine Zeitlang ernstlichbestritten, und da Sattelbaum nicht nachließ mit seinen Vor-stellungen, wurde der alte Deans so heftig, daß er nach eini-gen bitter» Ausfällen gegen die genannten Rcchtsgelchrten ingroßer Wuth betheuerte: wenn seiner armen Effie Leben undJeanie's und sein eigenes und aller Menschen Leben davonabhinge, es könnten alle mit einander untergehen, ehe er sichmit solchen Satanskindern einließe.

Die gewaltsame Erhebung seiner Stimme bei diesen leiden-schaftlichen Aeußernngen war es, welches die Unterredung But-ler's und Jeanie's abbrach, und sie zum Wohnzimmer zurück-führte. Hier fanden sie den armen alten Mann wie im halbenWahnsinn so heftig kämpften tiefer Schmerz und zornigerEifer über Sattelbanm's Vorschläge in seinem Gemüth. SeineWangen glühten, seine Hände waren zusammengeballt, seineStimme erhoben, während die Thräne in seinem Auge, undseine bebenden Laute nur allzu gut zeigten, daß sein Elendtrotz all seiner Kraftanstrengungen den Sieg über ihn behaupte.

Butler fürchtete die Folgen einer solchen Erschütterungfür einen hochbejahrten Mann, und wagte es, ihm Ruhe undGeduld zu empfehlen.

Ich bin geduldig," erwiederte der alte Mann bitter,ge-duldiger als irgend einer, der diese ruchlosen Zeiten erlebt; undbrauche weder Sectirer, noch Söhne oder Enkel von Sectirern,mein graues Haar zu lehren, wie ich mein Kreuz tragen soll."