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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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Zehn Jahre?" sagte Butler.Es ist eine lange Zeitvielleicht lang genug, um ein Weib zu ermüden."

Wohl, um eines Kleides müde zu werden, und nach ei-nem neuen zu verlangen, wenn sie brav sein will; aber nicht langgenug, um eines Freundes überdrüssig zu werden," sagte Jeanie.Das Auge kann sich nach Wechsel sehnen, doch nie das Herz."

Nie?" sagte Butler,das ist ein kühnes Versprechen."

Nicht so kühn als wahr," sagte Jeanie mit derselben ruhi-gen Unbefangenheit, die im Schmerz und in der Freude, beidem, was ihr Gefühl am tiefsten traf, wie bei dem Gleich-gültigsten, ihre stete Begleiterin blieb.

Butler schwieg und sah sie fest an.Ich bin mit einerBotschaft an Sie beauftragt, Jeanie," sagte er.

So? Bon wem? Was kann man mir zn sagen haben?"

Der Auftrag kommt von einem Unbekannten," erwiederteButler, indem er sich bemühte, mit einer Gleichgültigkeit zusprechen, die der Ton seiner Stimme Lügen strafte,von einemjungen Manne, den ich diesen Morgen auf den Hügeln traf."

Mein Gott!" rief Jeanie lebhaft,und was sagte er?"

Daß er Sie nicht erwarten könne, wo er gedacht, abervon Ihnen begehre, ihn heute beim Aufgang des Mondes alleinbei den Muschat's Steinen zu treffen."

Sagen Sie ihm wieder," entgegnete Jeanie hastig,daßich gewiß kommen werde."

Darf ich fragen," sagte Butler, dessen Verdacht bei derLebhaftigkeit der Antwort zunahm,wer dieser Mann ist, demSie diese Zusammenkunft an einem solchen Orte und zn einersolchen Stunde so bereitwillig zugestehen?"

Man muß in dieser Welt oft etwas thun, was man widerWillen thut," versetzte Jeanie.

Das gebe ich zu," sagte ihr Geliebter;doch was zwingt