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nur Ihr Glück als mein eigenes bedenken. Sie sind ein Mannvon fleckenlosem Namen, dem geistlichen Stande gewidmet, undwerden gewiß einst zu Ansehen in der Kirche gelangen, obgleichdie Armuth noch darniederdrückt. Armuth ist ein schlimmerFreund, Sic wissen es nur allzu gut, Rüben; doch ein böser Rufist noch viel schlimmer, und diese Wahrheit sollen Sie nie durchmich erfahren."
„Was meinen Sie damit?" fragte Butler lebhaft und unge-duldig. „In welcher Verbindung steht Ihrer Schwester Schuld,wenn sie schuldig ist, mit dem, was wir einander zugesagt?"
„Wie können Sie noch fragen, Butler? Wird diese Schmachje vergessen werden, so lange wir diesseits des Grabes sind? Wirdsie nicht uns und unfern Kiudcskindern anhängcn? Die Tochtereines redlichen Mannes zu heißen, hätte mir und den Meinenvon Nutzen sein können; allein die Schwester einer — o meinGott!" — Mit diesem Ausruf verließ sie ihre Festigkeit, und siebrach in einen heftigen Thränenstrom aus.
Der Liebende that Alles, was er konnte, sie zu beruhigen,und es gelang ihm endlich. Doch sie erlangte nur ihre Fassungwieder, um sich mit derselbe» Bestimmtheit als zuvor zu erklären-„Nein, Rnbcn, ich will keinem Manne Schande ins Haus bringen-Mein eigenes Elend kann und muß ich tragen, warum aber sollteich es einem Andern aufbürden. Ich will die Last allein auf michnehmen, ich fühle mich stark genug dazu."
Ein Liebender ist zum Verdacht geneigt. Jcanic's Bereitwil-ligkeit ihm zu entsagen, schien dem armen Butler in furchtbarerVerbindung mit dem Auftrag jenes Unbekannten zu stehen- SeineStimme zitterte bei der Frage, ob nichts als ihrer Schwester ge-genwärtiges Unglück sic zu solchen Aeußerungen bestimme?
„Und was könnte es sonst sein?" erwiedertc sie unbefangen.„Besteht nicht unser Verhältniß seit zehn langen Jahren?"