So sehr Deans auch mit seiner häuslichen Trübsal beschäf-tigt war, bezeigte er doch einige Theilnahme an dieser Neuig-keit- Sattelbaum ließ sich sogleich in eine weitläufige Erzählungderselben ein. Diesen günstigen Augenblick wünschte Butler zueiner geheimen Unterredung mit Jeanie zu benutzen. Sie gabihm die Gelegenheit dazu, indem sie das Zimmer verließ, alswerde sie durch ei» Geschäft abgcrufen. Butler folgte ihr bald,und er konnte hoffen, nicht vermißt zu werden, da die eifrige Er-zählung des Gastes die Aufmerksamkeit des alten Deans voll-kommen in Anspruch nahm.
Der Schauplatz der folgenden Unterredung war die Milch-kammer, worin Jeanie sich täglich längere Zeit beschäftigte. But-ler fand sle still, niedergeschlagen und bereit in Thränen auszubrc-chen. Anstatt der regen Thätigkcit, womit sie sich sonst sogarbeim Sprechen beschäftigte, saß sie jetzt erschlafft in einem Winkel,wie niedergedrückt von der Schwere ihrer eigenen Gedanken.Doch trocknete sie sogleich ihre Augen, als Butler eintrat, undbegann das Gespräch mit der ihr eigenen Unbefangenheit.
„Es ist mir lieb, daß Sie hereingekommen sind, Herr Butler,"sagte ste, „denn — denn ich wünschte Ihnen zu sagen, daß esmit allein zwischen uns jetzt zu Ende sein muß — cs ist soam besten für uns beide."
„ZuEnde!" sagteButlervollErstaunen; „und warum solltees zu Ende sein? Dies ist freilich eine schwere Schickung; dochnicht Sie, Jeanie, haben sie verschuldet. Es ist ein von Gottgesandtes Leiden, und muß getragen werden; aber die Zusageder Treue kann dadurch nicht gebrochen werde», wenn Sie, dieIhr Wort gegeben, es zu halten wünschen."
„Ach, Nuben," sagte das junge Frauenzimmer, ihn liebevollansehend, „ich weiß wohl, daß Sie mehr auf mich, als auf sichselber Rücksicht nehmen; und so kann ich zur Vergeltung auch