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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
Seite
128
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Der Unbekannte entzog sich nach und nach der sanften Be-rührung seines Ermahners, und den Hut tiefer ins Gesichtdrückend, unterbrach er den Strom seiner Rede:Ihre Mei-nung ist gewiß vortrefflich, mein Herr, doch Ihr Rath gehörtdurchaus nicht hieher. Ich bin nicht in feindlicher Absicht ge-gen irgend Jemand hier. Schlecht genug mag ich seinIhr Priester sagt, daß alle Menschen es sind allein, hie-hergekommen bin ich, ein Leben zu retten, nicht eins zu zer-stören. Mögen sie Ihre Zeit lieber anwenden, etwas Guteszu thun, als über etwas zu sprechen, was Sie selber nicht wis-sen, so will ich Ihnen Gelegenheit dazu geben. Sehen Siejene Höhe zur Rechten, hinter welcher das Dach eines ein-samen Hauses hervorragt? Gehen Sie dorthin, und fragennach einer gewissen Jeanie Deans, der Tochter des dortigenPachters. Sagen Sie ihr, daß der Bewußte seit dem erstenSchein der Dämmerung hier auf sie gewartet, und nun nichtlänger bleiben kann. Sagen Sie ihr, sie müsse heute Nacht,wenn der Mond aufgeht, mich auf dem Jägermoor hinter demSt. Antonshügel treffen, wenn sie mich nicht rasend machen will."

Wer sind Sie," fragte Butler, auf unangenehme Weiseüberrascht,der Sie mir eine solche Botschaft auftragen?"

Ich bin der Teufel!" antwortete der junge Mann hastig.

Butler trat unwillkürlich zurück, sich innerlich dem SchutzeGottes empfehlend.

Ja," fuhr jener fort, ohne auf Butler's Bewegungen zuachten,nennen Sie mich Apollyon, Abaddon, oder welchenName» böser Geister Sie mir sonst geben wollen, Sie fin-den keinen, seinem Besitzer so verhaßt, als der meinige esmir selbst ist."

Er sagte dies mit der Bitterkeit der Selbstverachtung und ei-nem wahrhaft teuflischen Verziehen des Gesichts. Butler erschrak,