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„Tänze?" wiederholte Jeanie voll Erstaunen. „O, Efste,wie konntest Dn zu einem Tanze gehen "
Vermuthlich hätte die Lilie von St. Leonard's in ihrerjetzigen hingebenden Stimmung der Schwester ein volles Ver-trauen geschenkt, und mir den Schmerz erspart, eine traurigeGeschichte zu erzählen; doch das Wort Tanz hatte das Ohrdes alten Deans erreicht, der in demselben Augenblick um dieEcke des Hauses biegend, seine Töchter mit seiner Gegenwartüberraschte. „Tanz?" rief er mit finsterer Miene. „Tanz?
— Tanz, sagtet Ihr? Ich rathe Euch, Ihr Thörinnen, aufmeiner Schwelle nicht dergleichen Worte auszusprechen! Es istein liederlicher, unheiliger Zeitvertreib! Wer tanzte wohl, alsdie Israeliten, in Abgötterei versunken, vor ihrem goldenenKalbe, und jenes unglückliche Mädchen, die Johannes desTäufers Kopf abtanzte! Und höre ich nur noch ein einzigesMal das Wort tanzen von Euch, oder denkt Ihr nur daran,daß solch ein Ding in der Welt ist, als das alberne Springennach ciner Fidel, so gewiß meines Vaters Seele bei den Ge-rechten wohnt, ich erkenne Euch nicht mehr für die Meinigen!
— Geht hinein, Mädchen, geht hinein!" fügte er dann mitsanfterem Tone hinzu, denn die Thränen Beider, insonderheitEffie's, flössen unaufhaltsam, — „geht hinein, Ihr Kinder, undwir wollen Gott bitten, uns vor allem Unheiligen und Thö-richten zu bewahren, welches mit dem Reich des Lichts streitet,und uns zur Sündhaftigkeit führt."
David Deans' Ermahnung war, obgleich gut gemeint, dochsehr zur Unrechten Zeit angebracht. Sie erreigte einen Zwie-spalt der Gefühle in Effie's Brust, und hielt sie zurück, ihrerSchwester das beabsichtigte Gcständniß abzulegen. „Ich würdeihr verächtlich sein, wie der Staub zu ihren Füßen, wenn siewüßte, daß ich viermal auf der grünen Wiese, und einmal bei