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ihre ältere, verständigere Schwester. Sie sah sie mit schlauem,etwas spöttischem Blick an, indem sie leise, aber mit Nachdruckeine Strophe aus einem altschottischen Volksliede sang:
„An der Kirchhofkpsvr!'
Da traf ich de» Lord,
Der arme Schein,, er that mir kein Leid;
Doch spater kam, ach!
Sein Schreiber ihm nach —"
Hier schwieg die Sängerin, blickte ihrer Schwester ins Ge-sicht, und da sie Thränen in ihren Augen bemerkte, schlang sieplötzlich die Arme um ihren HalS und küßte ihr die Tropfenweg. Jeanic, obgleich verletzt und unwillig, konnte doch denLiebkosungen dieses einfachen Naturkindes nicht widerstehen,deren Gutes und Böses aus einem unwillkürlichen Triebe,nicht aus Ueberlegung entsprang. Als sie jedoch zum Zeichenvölliger Versöhnung den schwesterlichen Kuß zurückgab, konntesie den sanften Borwurf nicht unterdrücken: „Wenn Du auchdergleichen dumme Lieder lernest, Effie, solltest Du wenigstenseinen frcundlichern Gebrauch davon machen."
„Wohl hast Du Recht, Jeanie," sagte das Mädchen, ihreSchwester inniger umschlingend, „und ich wünschte, ich hättenie welche gelernt, und mir lieber die Zunge verbrannt, alsDich damit geärgert."
„Laß das nur, Effie," erwiederte die liebevolle Schwester,„ich kann nicht sehr böse werden über etwas, was Du mirsagst. Aber kränke unfern Vater nicht!"
„Ach nein — nein," rief Effie, „und wenn es auch morgenAbend dort so viele Tänze gebe, als muntere Tänzer sich umMitternacht am Himmel drehen, so will ich doch keinen Schrittdarnach thun."
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