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thigkeit, besaß die Lilie von St- Leonard's einen kleinen Vor-vath von Eigendünkel und Eigensinn, und eine empfindlicheHeftigkeit, zum Theil ihr angeboren, doch durch die ungezügelteFreiheit ihrer Kindcrjahre um Vieles vermehrt. Eine häuslicheAbendscene wird ihre Gemüthsart in deutlicherem Lichte zeige».
Der thätige Vater war draußen beschäftigt, die geduldigenThicre zu füttern, deren Ertrag ihn nährte, und der Som-merabend schon weit vorgerückt, als Jeanie sehr unruhig we-gen ihrer Schwester ward, und zu fürchten begann, sie werdenicht zurück sein, wenn der Vater von der Arbeit hereinkomme.Er pflegte dann die Abendandacht mit seinen Kindern zu hal-ten, und sie wußte, daß Effie's Abwesenheit ihm zu großemVerdruß gereichen würde. Diese Besorgniß lag ihr um soschwerer auf dem Herzen, da Effie schon seit mehreren Aben-den immer um dieselbe Zeit verschwunden war, und ihre Ab-wesenheit, zuerst ganz kurz und kaum bemerkbar, sich nach undnach bis zu einer halben und einer ganzen Stunde ausge-dehnt, und nun heute gar beträchtlich länger als je währte.Jeanie stand in der Thür, die Hand vor den Augen, sie vorden blendenden Strahlen der tief stehenden Sonne zu schir-men, und sah abwechsend die verschiedenen zu ihrer Wohnungführenden Wege hinunter, ob sie irgend die schlanke Gestaltihrer Schwester entdecken könnte. Es lag in einiger Entfer-nung ein weitläufiges Gehege, durch eine niedrige Bretterwandvon der Heerstraße getrennt. Hierhin richtete sie oft ihre Au-gen , da sah sie an der Gatterthür zwei Menschen erscheinen,so plötzlich, als hätten sie bis dahin sich dicht an der Einzäu-nung gehalten, um nicht gesehen zu werden. Der eine, einMann, zog sich schnell zurück, die andre, eine weibliche Ge-stalt, eilte durch die Thür und kam näher, es war Effie. Sieging auf ihre Schwester mit jener erzwungenen Lustigkeit zu,Kerker von Edinburg. l. 8