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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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fühle, ein zufriedner Sinn, und die regelmäßige Erfüllung allihrer Pflichten über ihre Züge verbreiteten.

Dieser Schilderung zufolge konnte wohl unsere ländlicheHeldin nichts sehr Zurückschreckendes in ihrem Wesen und Be-tragen haben; dennoch, war es nun einfältige Schüchternheit,oder Mangel an Entschlossenheit, oder ein Verkennen seineseignen Gcmüthszustandes, kam der Lord von Stummendeicheinen Tag, einen Monat, ein Jahr nach dem andern, JcanieDeans' beseligenden Anblick zu genießen, ohne daß er dieleiseste Andeutung gab, die Prophezeiungen der Stiefmuttererfüllen zu wollen.

Die gute Frau ward um so ungeduldiger über den lang-samen Schritt dieses Liebeswerbers, da sie, nach einigen Jahrender Ehe, David Deans mit einer andern Tochter beschenkthatte, die den Namen Euphemia, oder abgekürzt Effie führte.Denn Rebecca zog den verständigen Schluß, daß Jcanie, zurLady Stummendeich erhoben, der Mitgift nicht bedürfe, wo-durch die väterliche Habe gänzlich ihrer eignen Tochter zuge-wendet würde. Minder löbliche Mittel sind bereits von Stief-müttern gebraucht worden, ihren Kindern ein Erbe zu sichern;allein Rebecca, um ihr Gerechtigkeit widerfahren zu lassen,suchte der kleinen Effie Bestes allein durch diese vortheilhafteHeirath der ältern Schwester zu befördern. Sie bediente sichdeßhalb jeder weiblichen List innerhalb des Kreises ihrer ein-fachen Erfahrungen, den Lord zu einer Erklärung zu bringe»;erlitt aber die Demüthigung, daß ihr Bestreben, gleich demeines ungeschickten Anglers, die Forelle scheuchte, die sie zufangen gedachte. Einmal insbesondere, als sie mit dem Lordüber die Nothwcndigkeit scherzte, dem Stummendeich'schen Hauseeine Gebieterin zu geben, ward er so stutzig, daß weder Tres-senhut und Tabackspfeife, noch der geistvolle Besitzer dieser