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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
Seite
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Lehren und Ermahnungen des unermüdlichen Vaters gabenihr schon als Kind etwas Ernstes, Festes und Besonnenes.Eine ungemein kräftige Gesundheit, frei von allen den Ner-venübeln und andern Schwächen, die, den Körper in seine»edelsten Verrichtungen störend, so häufigen Einfluß auf dasGemüth haben, trug viel dazu bei, diese einfache Ruhe, diesesichre Entschlossenheit zu befestigen. Rüben hingegen war vonschwachem Körperbau, und, nicht furchtsam zwar, aber besorg-lich, zaghaft und unsicher. Er hatte etwas von dem Wesenseiner Mutter ererbt, die früh an der Auszehrung starb. Erwar ein bleicher, hagrer, schwächlicher Knabe, und zog, alsFolge eines Falles beim Gehen den einen Fuß etwas nach.Ueberdics war er das verzärtelte Kind einer liebevollen Groß-mutter, deren zu weit getriebene Sorgfalt ihm ein Mißtrauenin seine Kräfte gab, und zugleich die Neigung, seine eigneWichtigkeit zu überschätzen, eine der schlimmsten Folgen thö-richt'-blinder Liebe gegen Kinder. Dieser Verschiedenheit un-geachtet hingen die Kinder fest an einander, ans Neigungnoch mehr als aus Gewohnheit. Sie hüteten zusammen dieHandvoll Schafe und zwei oder drei Kühe, die ihre Elternnach der Gemeindewiese von Stummcndeich hinaussandten,sich ein spärliches Futter zu suchen. Da saßen oft die beidenKleinen unter einem blühenden Dornbusch, und ihre freundli-chen Gesichterchen guckten dicht aneinander geschlossen unter dem-selben Tuch hervor, das sie als Schirm über ihre Köpfe gezogen,den Erguß der regenschwangern Wolke fürchtend, deren dunklerSchatten die Landschaft verfinsterte. Oder sie gingen miteinanderzur Schule, und wenn unterwegs ein kleiner Bach zu durchwatenwar, oder Hunde, Ochsen und andre gefahrvolle Abenteuer ihnenauf ihrer Wanderung begegneten, so empfing stets der Knabe vonseiner Gefährtin das Beispiel und die Ermunterung, die sonst in