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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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Ein unerwartetes Ereigniß diente jedoch dazu, es von beidenFamilien abzuwenden. An dem Tage, der als die letzte ihnengestattete Frist zu ihrer beiderseitigen Austreibung bestimmt war,als alle ihre Nachbarn vorbereitet waren, sie zu bedauern, undkein einziger, ihnen beizustehen, erging an den Geistlichen desKirchspiels, so wie an einen Arzt in Edinburg, die eilige Auf-forderung, sich zu dem Lord von Stummendeich zu begeben. Beidewaren darüber erstaunt, da seine Verachtung beider Facultätenals sein Lieblingsgesprcich bei jeder Extraflasche, das heißt wenig-stens einmal in jedem Tage, vorkam. Der Seclenarzt, so wieder des Leibes stiegen zu gleicher Zeit im Hofe des alten Schlos-ses ab, und als sie sich einen Augenblick mit Verwunderung an-gesehen, sprachen beide in einem Athemznge ihre Ueberzeugungans, der Lord müsse sehr krank sein, da er sie zu sich berufen-

Ehe der Diener sie noch zu seinem Herrn führen konnte, er-schien ein Dritter, Niklas Novit, ein Procurator, die Gesellschaftzu vermehren. Der Rechtsmann ward zuerst in das Zimmer desKranken gerufen, und nach einem kurzenZwischenranm erhieltender Arzt und der Geistliche die Einladung, ihm zu folgen.

Der Lord von Stummendeich war bereits in das Staats-Bcttzimmer getragen worden, welches nur bei Hochzeiten undTodesfällen gebraucht ward, und von der letzter» Anwendung denNamen Todtenzimmer führte. Hier fanden die beiden Eintrcten-den, außerdem Kranken selbstunddemSachwalt, noch zweiandrePersonen, den Sohn und Erben des Lord, einen hoch aufgeschos-senen albern aussehendcnJungcn von vierzehn bis fünfzehn Jah-ren, und eine dicke rüstige Haushälterin, zwischen vierzig undfünfzig, die seit der Lady Tode das Haupt der wirthschaftlichenAngelegenheiten auf Stummendeich's Schloß gewesen war- Andiese Umstehenden wandte der Lord sich ungefähr in folgendenWorten, da geistliche und weltliche Angelegenheiten, die Sorge