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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
Seite
54
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für die arme Effie Deans thun könntest, die da im Stadtge-fängniß kalt und hungrig und ohne Trost liegt. Sie warDienstmädchen in unserm Hause, Herr Butler, und ein un-schuldig Ding, wie ich nicht anders glaube, und so brauchbarim Laden! Wenn Sattelbaum nicht da war und Sie wis-sen, er ist selten zu Hanse, wenn Gerichtsverhandlungen Vor-gehen, da half mir die arme Effie die Ballen gegerbten Ledershin und her wälzen, und die Maaren in Ordnung bringen,und jedem nach seiner Art und Weise Bescheid geben. Undwahrhaftig, sie wußte sich bei allen Kunden beliebt zu machen,denn sie war immer höflich in ihren Antworten, und ein hüb-scher Mädchen gab es in ganz Schottland nicht. Und wennsich manche heftig und unbillig zeigten, konnte sie besser mitihnen fertig werden als ich, denn ich bin nicht mehr so jungwie ich gewesen bin, Herr Butler, und ein wenig kurz ange-bunden obendrein. Denn wenn immer mehrere Leute zugleichnach mir rufen, und nur eine Zunge da ist, um ihnen zuantworten, da muß man hastig reden, oder man kommt niemit seinem Geschäfte zu Ende so vermisse ich Effie täglich."

De sie in äiein," setzte Sattelbaum hinzu.

Mich dünkt," sagte Butler nach einigem Zögern,ich habedas Mädchen im Laden gesehen ein bescheiden aussehcn-des Mädchen mit blondem Haar."

Ja, ja, das war die arme Effie," sagte die Frau.Obsie von ihrem guten Geist verlassen, oder ob sie sich der sünd-lichen That nicht bewußt war, mag Gott im Himmel wissen;doch wenn sie schuldig ist, so wurde sie sehr dazu versucht,und ich möchte einen Eid auf die heilige Schrift leisten, daßsie zu der Zeit nicht bei sich selber gewesen."

Butler war jetzt sehr aufgeregt worden, er ging heftig imLaden auf und ab, und zeigte eine so heftige Bewegung, wie