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„Wenn Sic von Recht und Gesetz reden," sagte Frau Heim-lich, „hier kommt Herr Sattelbaum, der kann so gut darüberAuskunft geben, wie der beste Advocat."
Der erwähnte, ernst anssehende, ältliche Mann, mit einergewaltigen Perücke und dunkelfarbigen Kleidern, die von Wohl-stand zeugten, kam heran, während jene sprach, und bot Jung-fer Grete Ziegcnschrci höflichst seinen Arm.
Es mag nöthig sein zu erwähnen, daß Herr Bartel Sat-telbaum einen wohl ausgestattetcn, in Ruf stehenden Laden hatte,mit Sätteln, Pferdegeschirr und dergleichen, zum goldenenHengst genannt. Sein Genie wendete sich jedoch — wie er undseine Nachbarn dafür hielten — zu einem wichtigem Gegenstände,zur Rechtsgelehrsamkeit; und er ermangelte nicht, den Verhand-lungen im benachbarten Gerichtshöfe fleißig beizuwohnen. Fleißi-ger vielleicht, als es sich mit seinem Bortheil vertragen hätte,wäre nicht seine Frau ein thätiges Weib gewesen, die sich trefflichdarauf verstand, während seiner Abwesenheit die Kunden zufrie-den zu stellen und die Arbeiter auszuschelten. Sic hatte sich ge-wohnt, ihren Mann seinen Weg gehen zu lassen, und seinen Schatzjuristischer Kenntnisse ungestört zu vergrößern, dagegen fordertesie aber, daß er ihr in den Wirthschafts- und Gewerbeangelegen-heiten, die ihr oblagen, völlig ihren Willen ließ. Da nun BartelSattelbaum einen beträchtlichen Redeschwall in seiner Gewalthatte, den er für Beredsamkeit hielt, und er oft freigebiger damitwar, als seine Zuhörer es gerade wünschten, so pflegten Spott-vögcl den Fluß seiner Worte zuweilen mit der Neckerei zu unter-brechen : er habe einen goldenen Hengst an der Thür und ein stä-tisch Mutterpferd im Laden. Dieser Vorwurf brachte Herrn Sat-tclbaum meistens dahin, einen stolzen und vornehmen Ton gegenseine wackere Frau anzunehmen — ein Umstand, auf den sie in-deß nicht sonderlich zu achten schien, und nur offene Widersetzlich-