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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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keitlichen Personen fast zu bangen schien, und mit Blitzesschnelleverbreitete sie sich in der Versammlung. Ein Begnadigungsschrei-ben ans der geheimen Staatskanzlei, vom Herzog von Newcastleunterzeichnet, war angelangt, worin der Wille der Königin Caro-line (Rcgentin während derAbwesenheitihres Gemahls, Georgsdes Zweiten) ausgesprochen wurde, daß die Vollstreckung desUrtheils an JohnPorteous, ehemaligen Capitain der Stadtmilizvon Edinburg, jetzt gefangen in dem Staatsgefängniß daselbst,von dem zu seiner Hinrichtung bestimmten Tage an, auf sechsWochen solle ausgeseht werden.

Die versammelten Zuschauer, deren Empfindungen zu einersolchen Höhe gesteigert waren, stießen ein Aechzen aus, oder viel-mehr ein Brüllen der Wuth und der getäuschten Rachgier, der desTigers vergleichbar, wenn die Speise, die er verschlingen wollte,ihm von seinem Wächter fortgeriffen wird. Diese Schreckenstöneschienen den augenblicklichen Ausbruch der Volkswuth zu verkük-den, und wirklich hatte man in Erwartung dessen bereits die-thigen Maßregeln dagegen getroffen. Das Brüllen des Ingrimmswurde indeß nicht wiederholt; noch brach der plötzliche Tumultaus, als dessen Vorbedeutung jenes erschienen war. Es schien alsschäme sich das Volk, seine getäuschte Erwartung durch ein leeresGeschrei ausgedrückt zu haben; und diesem plötzlichen Ausbruchfolgte, anstatt des Schweigens vor der erschütternden Nachricht,ein ersticktes Murren der Einzelnen gegen einander, in ein dumpfesGesumme vereinigt, welches sich durch die ganze Versammlungverbreitete. Auch jetzt noch, obgleich ihre Erwartung gänzlichvereitelt war, blieb die Menge versammelt, und starrte mit düstermGroll die jetzt vergeblichen Zurüstungcn zur Hinrichtung an.Man reizte sich absichtlich zu noch größerer Erbitterung, indemman einander sagte, wie viel Ansprüche auch Wilson auf die könig-liche Gnade gehabt, sowohl wegen des Jrrthums, der ihn zum