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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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wissen nicht, wie bald Sie selber in der Lage sein mögen, dieGnade zu erflehen, die Sie jetzt einem Mitmenschen verweigern.Möge Gott Ihnen vergeben!"

Diese Worte, die noch lange später erwähnt wurden, warendie einzigen, welche zwischen Porteous und seinem Gefangenengewechselt wurden; doch als sie weiter gesagt, und dem Volkebekannt wurden, vermehrten sie in hohem Grade das Mitleidmit Wilson und erregten einen verhältnißmäßigen Grad von Un-willen gegen Porteous, gegen den das gemeine Volk, da er sehrstrenge und selbst gewaltthätig in der Ausübung seines nicht sehrbeliebten Amtes war, einige wirkliche und viele eingebildeteKlagegründe hatte.

Als die schmerzliche Procession beendet und Wilson mit sei-ner Begleitung bei dem Schaffot auf dem Krautmarkt angekom-mcn war, bemerkte man kein Zeichen von einem Versuch, ihnzu befreien, und meßhalb man alle diese Vorkehrungen getroffenhatte. Die Menge im Allgemeinen sah mit größerer Theil>nähme zu, als bei gewöhnlichen Hinrichtungen, doch wurde nichtder Anfang zu Gewalttkätigkeiten gemacht- Wilson selber schiengeneigt den Zeitraum abzukürzcn, der die Zeit von der Ewig-keit trennt. Sobald die bei solchen Gelegenheiten gewöhnlicheAndacht geendet war, unterzog er sich seinem Schicksal und derUrtheilspruch des Gesetzes wurde vollführt.

Er hatte so lange am Galgen gehangen, bis das Leben gänz-lich erloschen war, als plötzlich, wie durch einen plötzlich empfan-genen Antrieb, ein Tumult unter der Menge entstand. Es wurdenviele Steine nach Porteous und seinen Soldaten geworfen, undnachdem der Pöbel einiges Unheil angerichtet hatte, drängte er sichmit Geschrei, Geheul und Zurufen vorwärts. Ein junger Bursche,der eine Matrosenmütze über das Gesicht gezogen hatte, sprang aufdas Schaffotund schnitt den Strick ab, woran der Delinquenthing.