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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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waren jetzt auf die Möglichkeit gerichtet, Robertson's Leben zuretten, ohne die geringste Rücksicht auf sein eigenes. Der Ent-schluß, den er faßte, und die Art, wie er ihn ausführte, warenauffallend und ungewöhnlich.

Neben dem Zollhause oder Stadtgefängniß von Edinburgbefand sich eine Kirche, welche wegen ihrer Nähe die Zollhaus-Kirche genannt wurde. Es herrschte die Gewohnheit, daß zumTode verurtheilte Verbrecher am Sonntage vor ihrer Hinrich-tung mit hinreichender Wache in diese Kirche geführt wurden, umdem öffentlichen Gottesdienste beizuwohnen. Man war der An-sicht, daß die Herzen dieser unglücklichen Personen, so verhärtetsteauch vorher gegen die Gefühle der Andacht sein mochten, denselbenzugänglich sein müßten, wenn sie zum letztenmal ihre Gedankenund Stimmen im Verein mit ihren Mitmenschen an ihren Schöpferrichteten. Und für die übrige Versammlung, glaubte man, könnecs nur ergreifend sein, ihre Andacht mit denen vereinigt zu sehen,die, durch das Urtheil eines irdischen Tribunals vor den Richter-stuhl gesendet, wo die ganze Erde wird gerichtet werden, als Wese»könnten betrachtet werden, welche bebend am Rande der Ewigkeitstehen. So erbaulich auch diese Gewohnheit war, so hat sie dochin Folge des hier zu erzählenden Vorfalles anfgchört.

Der Geistliche, dessen Pflicht cs war in der Zollhaus-Kirchezu predigen, hatte seine rührende Rede geendet, die größten-theils an die unglücklichen Männer, Wilson und Robertson, ge-richtetkwar, die sich in einem besonder« Stuhle, jeder zwischenzwei Soldaten von der Stadtwachr, befanden. Der Geistlichehatte sie erinnert, daß die nächste Versammlung, der sie bei-wohnen müßten, die der Gerechten oder der Ungerechten seinwürde; daß die Psalme, die sie jetzt hörten, in dem kurzen Zeit-raum von zwei Tagen mit ewigen Lobgesängen oder mit ewi-gen Wehklagen müßten vertauscht werden; und daß diese schreck-