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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
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Während der Regierungen Georgs des Ersten und des Zwei-ten war der Schleichhandel fast ganz allgemein unter dem schot-tischen Volke, welches nicht an Zölle gewöhnt war, sie als einenEingriff in seine alten Freiheiten betrachtete, und kein Beden-ken trug, denselben zu entgehen, wo es immer möglich war.

Die Grafschaft Fife, von zwei Mündungen nach Süden undNorden, und im Osten von der See begrenzt, war bei einerMenge kleiner Seehäfen lange Zeit berüchtigt, einen erfolg-reichen Schleichhandel zu treiben; und da dort viele Seeleutewohnten, die in ihrer Jugend Seeräuber gewesen waren, sofehlte es nicht an einer hinreichenden Anzahl verwegener Leute,um den Schmuggelhandel auszuüben. Unter diesen war einKerl, Namens Andreas Wilson, eigentlich Bäcker in dem DorfePathhcad, den Zollofficianten besonders nachtheilig. Er besaßgroße Körperkraft, Muth und Verschlagenheit war vollkom-men mit der Küste bekannt und fähig, die verzweifeltsten Unter-nehmungen auszuführen. Bei verschiedenen Gelegenheiten ge-lang cs ihm, die Bemühungen der königlichen Beamten beiihren Verfolgungen und Nachforschungen zu vereiteln; doch erwurde so sehr der Gegenstand ihres Verdachts und ihrer wach-samen Aufmerksamkeit, vaß er endlich, nachdem er mehrmalswar gefangen genommen worden, gänzlich ruinirt wurde. DerMann verzweifelte. Er betrachtete sich als beraubt und geplün-dert, und setzte sich in den Kopf, daß er ein Recht habe Wie-dervergeltung auszuüben, wenn er Gelegenheit dazu findenkönne. Wo das Herz zum Bösen vorbereitet ist, fehlt seltenlange die Gelegenheit, es auszuüben. Dieser Wilson erfuhr,daß der Zolleinnehmer von Kirkaldy in Geschäften seines Am-tes mit einer beträchtlichen Summe öffentlichen Geldes nachPittenween gekommen sei. Da die Summe noch lange nicht soviel betrug, als der Werth der ihm abgenommenen Güter, so