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9 (1851) Der Alterthümler
Entstehung
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ihr wißt. Ich bin gewiß, mir kann kein Mensch darum Vor-würfe machen. Er war nicht mein Sohn, und sie war meineGebieterin. Ihr wißt ja, was der Reim sagt ich habefast das Singen vergessen; sonst ist mir doch die Weise inmeinem alten Kopfe übrig geblieben:

Er faßt' ihn an und sprach: schmäh' mirDie Mntter nicht! den» sieh,

Ein" Liebchen find' ich immer hier.

Die zweite Mutter nie."

Dann war er ja auch nur halb vom Blute, wie ihr wißt,aber in ihren Adern floß das ächte Blut der Glenallan. Nein,nein, nie will ich beklagen, was ich für die Gräfin JoScelindethat und duldete. Nie will ich das beklagen."

Darauf zog sie wieder den Flachs vom Rocken, mit dertrotzigen Miene eines Menschen, der entschlossen ist, nichts zubekennen, und begann ihre unterbrochene Beschäftigung wieder.

Ich habe gehört," sagte der Bettler, indem er sich auf dasstützte, was ihm Oldbuck von der Familie gesagt hatte, ich habegehört, Mutter, daß eine böse Zunge zwischen dem Grafen, demLord Geraldin, und seiner jungen Braut Unheil angerichtet habe."

»Böse Zunge?" sagte sie in heftiger Unruhe;und was hattesie von einer bösen Zunge zu fürchten? Sie war gut und schöngenug; wenigstens sagte das Jedermann. Aber hätte sie ihreeigne Zunge vor andern Leuten gezügelt, so könnte sie noch lebenals Lady, mochte auch entstehen und vorfallen, was da wollte."

Aber ich hörte sagen, Mutter," fuhr Ochiltree fort,daßman im Lande erzählte, ihr Gemahl und sie wären zu naheverwandt gewesen, da sie einander heiratheten."

»Wer durfte das sagen?" rief die alte Frau hastig;werdurfte sagen, daß sie vcrheirathet waren? Wer wußte das?Nicht die Gräfin nicht ich wenn sie ingeheim verheira-