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»Ich hoffe, Oheim, du glaubst, daß ich so gut wie siewußte, cs sei Lateinisch?"
„Ei, was das betrifft — doch halt! sie will sprechen."
„Ich will keinen Priester haben — keinen," sagte die Altemit ohnmächtiger Heftigkeit — „wie ich lebte, so will ich ster-ben. Keiner soll sagen, daß ich meine Gebieterin verrieth,und war' cs auch, um meine Seele zu retten!"
„Das bedeutet ein böses Gewissen," sagte der Bettler;„sie würde sich da wohl frei aussprechcn, war' es nur ihrerselbst willen." Darauf redete er sie wieder an.
„Nun, Mutter, Eure Botschaft beim Grafen Hab' ichausgerichtet."
„Bei welchem Grafen? ich kenne keinen Grafen — ichkannte einst eine Gräfin — wollte der Himmel, ich hätte sienie gekannt! denn aus dieser Bekanntschaft, Nachbar, ent-stand" (sie zählte an ihren welken Fingern, während siesprach,) „erstlich Stolz, dann Bosheit, dann Rachsucht, dannfalsches Zcugniß; und Mord klopfte wenigstens an die Thür,wenn er auch nicht eintrat. Und meinst du nicht, daß dieshübsche Gäste waren, um in eines Weibes Herzen einzukeh-ren? ich denke, es war eine stattliche Gesellschaft."
„Aber, Mutter," fuhr der Bettler fort, „ich sprach nichtvon der Gräfin Glenallan, sondern von ihrem Sohne, demLord Geraldin."
„Jetzt besinn' ich mich," sagte sie; „ich Hab' ihn langenicht gesehn und wir hatten ein gewichtiges Gespräch miteinander. — Ja, Freund, der hübsche junge Lord ist so altund gebrechlich wie ich selber geworden. Ja, Kummer undHerzweh und die Täuschung treuer Liebe setzen dem jungenBlute hart zu. Aber hätte das seine Mutter nicht selbereinsehn sollen? Wir handelten nur auf ihren Befehl, wie