als den Hofdicnst ansah, dies Alles war neu für einen Edel-mann, der seit Jahren ein einsames und melancholisches Lebengeführt hatte, so daß ihm die Sitten der Welt eben so fremdals unerfreulich erscheinen mußten. Miß M'Jntyrc allein schiennach ihrer Artigkeit und der anspruchslosen Einfachheit ihrerSitten zu derjenigen Klasse der Gesellschaft zu gehören, anwelche der Graf in seinen früher« und bessern Tagen gewohntgewesen war.
Graf Glenallan's Betragen setzte übrigens die Gesellschaftnicht weniger in Verwunderung. Obwohl ein zwar einfaches,aber treffliches Mahl anfgetragen war, (denn, wie schon Mr.Blattergowl sehr richtig bemerkte, es war unmöglich, Miß Gri-selda mit einer leeren Speisekammer zu überraschen,) und obwohlder Antiquar seinen besten Portwein anpries und ihn mit demFalerner des Horaz verglich, so widerstand Graf Glenallan dochden Lockungen beider. Sein Diener setzte ihm eine kleine Schüsselmit Pflanzcnspeise vor, das nämliche Gericht, dessen BereitungMiß Griselda beunruhigt hatte, und welches mit der genauestenund sorgfältigsten Umständlichkeit zugerichtet war. Er aß sehrmäßig davon, und ein Glas reines Wasser, wie es vom Brunnenkam, machte seine Mahlzeit vollständig. Auf diese Weise hatte,nach des Bedienten Aussage, Se. Herrlichkeit viele Jahre gelebt,außer bei den hohen kirchlichen Festen, oder wenn Gesellschaft vomersten Range in Glenallan bcwirthet wurde, wo er die Strengeseiner Lebensweise etwas mäßigte und sich ein oder zwei GlasWein gestattete. Aber in Monkbarns konnte kein Einsiedler eineinfacheres und kargeres Mahl halten.
Der Alterthümlcr besaß, wie wir gesehen haben, Gefühl,drückte sich aber geradezu und rücksichtslos aus, weil er mitPersonen zu leben gewohnt war, vor denen er nichts zu unter-