derung sie diese furchtbare Geschichte erfunden hatte. Ihr flö-het aus dem Hause, als ob das Feuer des Himmels eben daraufniederfallen wollte, und Miß Neville, die halb von Sinnen war,ward in sichere Verwahrung gebracht. Aber die Wache schliefein und die Gefangne wachte — das Fenster war offen — derWeg lag vor ihr — dort war die Klippe und dort war dieSee! — O, wann werd' ich das vergessen!"
„Und sie starb," sagte der Graf, „ganz so, wie man be-richtete?"
„Nein, Mylord. Ich war nach der Bucht hinausgegangen.Die Fluth war da und diese reichte, wie Ihr Euch erinnernwerdet, bis zum Fuße der Klippe. Das war ein vortheilhaf-ter Umstand für das Gewerbe meines ManneS — Ach, wohinverirr' ich mich da? — Ich sah einen weißen Gegenstand vonder Hohe der Klippe niederfliegen, wie eine Seemöve durchden Nebel, und dann erkannte ich an einem schweren Fallund am Emporspritzen des Wassers, daß ein Mensch in dieWellen gefallen war. Ich war kühn und stark, und vertrautmit der Fluth. Ich stürzte hinein, ergriff ihr Kleid, zog sieheraus und trug sie auf meinen Schultern fort — ich hättedamals zwei solche tragen können — trug sie fort nach mei-ner Hütte und legte sie auf mein Bett- Die Nachbarn kamenund halfen. Aber die Reden, die sie in ihrem Wahnsinnehören ließ, sobald sie der Sprache wieder mächtig war, warenvon der Art, daß ich die Leute gern fortschickte und im SchlosseGlenallan Nachricht geben mußte. Die Gräfin sandte ihrespanische Dienerin Teresa herab. Wandelte je ein Teufel aufErden in menschlicher Gestalt, so war dies Weib einer. Sieund ich bewachten die unglückliche Lady, und ließen keine andrePerson in ihre Nähe. Gott weiß, welche Rolle Teresa zu spie-len hatte, sie sagte mir nichts davon; aber der Himmel führteAlterthümler. III. 4