44
zu nahe verwandt. Aber ich erwarte nichts Anderes, als daßBeide Ketzer werden, wie sie schon ungehorsame Verworfenefind;" mit diesem Grunde unterstützte sie ebenfalls ihren Antrag.Da aber der döse Feind immer in Köpfen geschäftig ist, die gleichdem meinigen über ihren Stand und ihre Bestimmung hinausgebildet sind, so antwortete ich unglücklicher Weise: „Aber mankönnte sie ja dahin bringen, sich selbst für so nah' verwandt zuhalten, daß kein christliches Gesetz ihre Ehe gestatten könnte "
Hier ries der Graf von Glenallan mit einem so durchdrin-genden Schrei, daß das Dach der Hütte davon bersten zu müs-sen schien: „O! also Eveline Neville war nicht die — die — "
„Die Tochter, wollt Ihr sagen, Eures Vaters?" fuhr Els-beth fort. Nein, mag es Euch eine Marter oder ein Trostsein — Ihr sollt die Wahrheit wissen: sie war so wenig eineTochter aus dem Hause Eures Vaters, als ich selber."
„Weib, täusche mich nicht — bringe mich nicht dahin, dasAndenken der Mutter zu verfluchen, die ich kaum erst in'SGrab gelegt habe, weil sie Theil hatte an dem grausamsten,teuflischsten — "
„Bedenkt, Lord Geraldin, eh' Ihr das Andenken der hin-gegangenen Mutter verflucht, ob Keiner mehr von dem Bluteder Glenallan lebt, dessen Fehler die furchtbare Katastropheveranlaßte?"
„Meinst du meinen Bruder? — Auch er ist gestorben,"sagte der Graf.
„Nein," crwiederte die Sibylle, „Euch selber mein ich, LordGeraldin. Hättet Ihr nicht den Gehorsam eines Sohnes verletzt,indem Ihr Eveline Neville im Stillen heirathetet, während sieauf Besuch zu Knockwinnock war, so würde Euch unser Planzwar auf einige Zeit getrennt haben, hätte aber wenigstens EureSchmerzen nicht durch Gewiffensqualen geschärft. Aber Euer