südländischen Damen und Gefährtinnen in der Erziehungsan-stalt gethan hatten." (ES mag seltsam scheinen; aber siesprach von dem Spotte, den ein unbedachtes Schulmädchenohne Absicht geäußert hatte, mit einem Ingrimm, der nach solanger Zeit selbst eine tödtliche Beleidigung in einem gutge-arteten Herzen weder begründet noch gerechtfertigt habenwürde.) — «Ja, sie höhnte und neckte mich — aber die denTartan höhnen, mögen den Dolch fürchten!"
Sie hielt eine Weile inne, und fuhr dann fort: «Aber ichläugne nicht, daß ich sie mehr haßte, als sie es verdiente.Meine Gebieterin, die Gräfin, fuhr fort und sagte: „ElsbcthCheyne, dieser ungehorsame Knabe wird sich mit dem falschenenglischen Blute vermählen. Wären die Zeiten noch, wie ehe-mals, so könnt' ich sie in's Burgverließ von Glenallan wer-fen, und ihn im Kerker von Strathbonnel anschmieden. Aberdiese Zeiten sind vorüber, und das Ansehn, welches die Edclndes Landes besitzen sollten, ist spitzfindigen Richtern und ihrennoch schlechter» Gehilfen geworden. Höre mich, Elsbeth Cheyne!Bist Du Deines Vaters Tochter, wie ich die des meinen, solverd' ich Mittel finden, daß sie einander nicht hcirathen sol-len. Sie wandelt oft nach der Klippe, die deine Wohnungüberragt, um ihres Geliebten Boot zu erspähen, — (Ihrmüßt Euch erinnern, Mylord, daß Ihr damals gern auf derSee Euer Vergnügen suchtet,) laß ihn sie vierzig Faden tieferfinden, als er erwartet! — Ja! — Ihr mögt staunen undzürnen und die Hände ringen; aber, so gewiß ich dem einzi-gen Wesen bald gegenüber stehe, das ich je fürchtete: — undach, daß ich es mehr gefürchtet hätte! — Dies waren die WorteEurer Mutter. Was hälf' es mir, Euch zu belügen? Aberich mochte meine Hände nicht mit Blut beflecken. — Daraufsagte sie: «Nach der Religion unserer heiligen Kirche sind Beide