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langt Lord Geraldin von einem aiten armen Weibe, wie ich,die schon todt ist, und nur noch sofern zu den Lebenden ge-hört, als sie nicht in's Grab gelegt ist?"
„Nun," antwortete Lord Geraldin, „im Namen des Him-mels, warum verlangtest du so dringend, mich zu sehen? undwarum gabst du deiner Bitte noch durch ein Zeichen Nachvruck,weiches ich, wie du wohl wußtest, nicht zurückweisen konnte?"
Bei diesen Worten zog er den Ring aus seiner Börse, denihm Edie Ochiltree im Schlosse Glenallan übergeben hatte.Der Anblick dieses Zeichens brachte eine seltsame und augen-blickliche Wirkung auf die alte Frau hervor. Das Zitternder Furcht paarte sich mit dem des Alters, und sie begann als-bald ihre Taschen mit jener bebenden und ängstlichen Aufre-gung zu durchsuchen, die derjenige zu zeigen pflegt, der soeben erst zu bemerken glaubt, daß er einen wichtigen Gegen-stand verloren habe. Dann, als sie sich überzeugt hatte, daßihre Besorgniß gegründet sei, wandte sie sich gegen den Gra-fen und fragte: „Und wie seid Ihr denn dazu gekommen?Wie habt Ihr ihn bekommen? ich glaubte ihn so sicher be-wahrt zu haben — was wird die Gräfin dazu sagen?"
„Du weißt," sagte der Graf, „zum wenigsten mußt dudavon gehört haben, daß meine Mutter todt ist."
„Todt! betrügt Ihr mich auch nicht? hat sie endlich Allesverlassen, Land, Herrschaft und Rang?"
„Alles, Alles," sagte der Graf, „wie Sterbliche allemenschlichen Eitelkeiten verlassen müssen."
„Nun besinn' ich mich," antwortete Elsbcth, „ich habeschon davon gehört; aber seitdem ist in unserm Hause solcheTrauer gewesen, und mein Gedächtniß ist so schwach gewor-den — aber wißt Ihr auch gewiß, daß Eure Mutter, dieFrau Gräfin, heimgegangen ist?"