auf nieder, verhüllte das Haupt in den Betttüchern, und ließseinem ganzen Schmerze freien Lauf- Umsonst war es, daßdie arme Mutter, erschreckt durch den heftigen Ausbruch desJammers ihres Mannes, (ein Jammer, der um so fürchterli-cher war, da er einen Mann von rauhen Sitten und kräfti-gem Körper ergriff,) ihr eignes Weinen und Schluchzen unter-drückte. Sie ergriff ihn am Gewände, beschwor ihn, aufzu-stehen und zu bedenken, daß, obwohl Einer entrissen sei, ihmdoch noch ein Weib und Kinder zu Trost und Unterstützungblieben. Diese Erinnerung kam zu früh für seinen Schmerzund blieb völlig unbeachtet. Er blieb dahingestreckt liegenund zeigte durch Schluchzen, so schmerzlich und heftig, daßdas Bett und die Wand daneben davon erschüttert wurden,und durch die krampfhaft zusammengezogenen Hände, welchedas Bettzeug fest hielten, so wie durch die heftige und zuckendeBewegung der Füße, wie tief und wie schrecklich der Kampfdes väterlichen Schmerzes war.
„O, welch' ein Tag ist das! welch' ein Tag ist das!"sagte die arme Mutter, deren weiblicher Kummer sich bereitsin Schluchzen und Thronen erschöpft hatte, und nun von Angstüber den Zustand ergriffen war, in welchem sich ihr Gattebefand. „O, welch' eine Stunde ist das! und Niemand istda, einem armen verlassenen Weibe beizustehen — ach, Mut-ter, kannst du kein Wort mit ihm reden? Wenn du ihn nurbätest, sich zu beruhigen!"
Zu ihrem Staunen und fast zur Steigerung ihrer Furcht,hörte und beantwortete ihres Mannes Mutter die Anrede.Sie erhob sich, ging ohne Beistand quer durch das Gemach,stellte sich ohne sichtbare Schwäche neben das Bett', auf wel-chem ihr Sohn lag, und rief: „steh' auf, mein Sohn, undgräme dich nicht um ihn, der jetzt über Sünde, Gram und