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9 (1851) Der Alterthümler
Entstehung
Seite
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fleißiger, katechisirte die Jugend eifriger, unterrichtete die Un-wissenden und ermahnte die Fehlenden besser, als er. Soungeduldig daher auch der Alterthümler oft über seine langenReden und Vorurtheile wurde, die theils seinem Berufe, theilsseinem persönlichen Charakter angehörten, und so sehr er ihnauch in mancher Hinsicht, besonders was Sachen des Geniesund Geschmacks betraf, verachtete, auf welche sich Blattergowlgleichwohl sehr gern einließ, weil er hoffte, sich einst noch denWeg zu einem Lehrstuhle der Rhetorik und schönen Wissen-schaften zu erkämpfen, so sehr, sag' ich, auch all' diese Um-stände gegen ihn sprachen, so betrachtete besagten Blattergowlunser Freund, der Alterthümler, doch mit großer Achtung undEhrfurcht, wiewohl er, trotz all' seinem Gefühl für das Schick-liche und trotz der Vorstellungen seiner Weibsbilder, es seltenüber sich vermochte, eine seiner Predigten anzuhören. Aberjedesmal entschuldigte er sich seiner Abwesenheit wegen, wennBlattergowl nach Monkbarns zum Mittagessen kam, wozu erSonntags stets eingeladen wurde; es war dies eine Weise,seine Achtung zu beweisen, von welcher Monkbarns wahr-scheinlich wußte, daß sie dem Geistlichen ganz angenehm sei,während sie zugleich seinen eigenen Gewohnheiten am bestenzusagte.

Wir kehren von der Abschweifung zurück, welche nur dazudienen konnte, den wackern Geistlichen bei unfern Lesern be-kannter zu machen. Kaum hatte Mr- Blattergowl das Ge-mach betreten und war von den Anwesenden auf jene schwei-gende und traurige Weise begrüßt worden, als er sich sofortzu dem unglücklichen Vater begab und sich zu bemühen schien,ihm in wenigen Worten Beileid und Trost zu gewähren. Deralte Mann war jedoch für Beides unempfänglich; er nickte nurmürrisch, schüttelte des Geistlichen Hand zum Zeichen, daß er