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9 (1851) Der Alterthümler
Entstehung
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Bruders Tod beinahe schon in der Bewunderung des prächti-gen Leichenbegängnisses.

Aber die Gestalt der alten Großmutter war die ausgezeich-netste von der ganzen leidtragenden Gruppe. Sie saß aufihrem gewöhnlichen Stuhle, mit ihrer gewöhnlichen gleichgil-tigen Miene und der Theilnahmlosigkcit an Allem, was umsie her vorging; dann und wann schien sie auch mechanisch dieBewegung des Spindeldrehens beginnen zu wollen, oder nachdem Rocken in ihrem Busen zu blicken, obwohl beide bei Seitegelegt waren. Dann warf sie ihren Blick umher, als sei ererstaunt, die gewöhnlichen Werkzeuge ihres Fleißes zu vermis-sen und schien betroffen über die schwarze Farbe des Kleides,das man ihr angelegt hatte und verlegen durch die Mengeder Personen, von denen sie sich umringt sah. Dann richtetesie mit schrecklichem Blicke das Haupt empor und schaute starrnach dem Bett, worauf ihres Enkels Sarg stand, als hättesie erst jetzt Besinnung genug erlangt, um ihr unaussprechli-ches Unglück zu fassen. Diese abwechselnden Empfindungenvon Verlegenheit, Verwunderung und Gram schienen mehrals einmal auf einander zu folgen, wenn man ihre starrenZüge beobachtete. Aber sie sprach kein Wort, hatte auch keineThräne vergossen; Niemand von der Familie konnte beurthei-len, weder nach Blicken noch Aeußerungen, in wie weit sie dieungewöhnliche Geschäftigkeit ringsum zu begreifen vermöge.So saß sie unter der leidtragenden Gesellschaft wie ein bin-dendes Glied zwischen den Ueberlebenden und dem Todten,den sie beklagten wie ein Wesen, bei welchem das Licht desLebens bereits durch die einbrechenden Schatten des Todesverdunkelt ward.

Als Oldbuck dies Haus der Trauer betrat, ward er miteinem allgemeinen, aber stummen Kopfnicken empfangen, und