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9 (1851) Der Alterthümler
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Hier erhob sich ihre Stimme und rief zwei oder drei Mal:Mutter! Mutter!" Aber, von Apathie des Alters und vonTaubheit befangen, fuhr die bejahrte Sibylle, die sie anredete,fort ihre Spindel zu drehen, ohne den Ruf zu verstehn.

Rede du doch mit deiner Großmutter, Jenny. Ich willlieber das Boot eine Viertelstunde weit anrufen, wenn mirder Nordwest gegen die Zähne pfeift."

Großmutter," sagte die kleine Seejungfer mit einer Stimme,an welche die alte Frau besser gewöhnt war,die Mutter willwissen, warum die Leute von Glenallan immer bei Kerzenlichtin den Ruinen von St. Ruth begraben?"

Die alte Frau hielt mit dem Drehen der Spindel inne,wandte sich um nach den Anwesenden, hob ihre welke, zitterndeund erdfarbige Hand empor, ließ das aschenfarbige, runzeligeGesicht sehen, welches sich hauptsächlich durch zwei raschbewegte,lichtblaue Augen vom Antlitz eines Leichnams unterschied, undwährend sie gleichsam nach etwas haschte, was sie in Berührungmit der lebenden Welt bringen sollte, antwortete sie:Warumdie Familie Glenallan ihre Tobten bei Fackcllicht begräbt,fragt das Kind? Ist jetzt ein Glenallan gestorben?"

Wir könnten Alle gestorben und begraben sein," sagte Mag-gie,ohne daß du etwas davon wüßtestdarauf erhob sie ihreStimme noch mehr, um sich ihrer Schwiegermutter verständlichzu machen und setzte hinzu;die alte Gräfin ist es, Mutter."

Und ist sie endlich heimgerufen worden?" sagte die alte Frauin einem Tone, welcher andeutcte, daß sie von mehr Gefühlergriffen sei, als sich von ihrem hohen Alter und ihrer stumpf-sinnigen Gleichgiltigkeit erwarten ließ.Sie ist also endlichabgerufen, um ihre letzte Rechnung abzulegen, nach einem lan-gen Leben voll Stolz und Herrschsucht? Gott vergeb' ihr!"

Aber die Mutter wollte wissen," begann die kleine Fra-