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9 (1851) Der Alterthümler
Entstehung
Seite
152
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sterbenden Windes und dem Plätschern der Regentropfen, dieauf Laub und Steine fielen, erhob sich, und offenbar nicht fern vondem Lauschenden, ein so traurig-ernster und feierlicher Gang, alsob die geschiedenen Geister der Mönche, die einst diese verlassenenRäume bewohnt hatten, die Abgeschiedenheit und Oede betrauer-ten, welcher ihre heilige Wohnung jetzt hingegeben war. Dousters-wivel, der jetzt wieder auf den Füßen stand und rings an derWand der Kirche hintappte, stand plötzlich wie in den Boden ge-wurzelt, als dieser neue Schrecken eintrat. Jedes Vermögenseiner Seele schien sich in diesem Augenblick im Sinne des Ge-hörs zu concentrircn, und alles drängte ihm einstimmig dieKunde auf, daß der tiefe, seltsame und langgehaltene Gesangdie eigenthümliche Musik einer der feierlichsten Todtenweisender römischen Kirche sei- Warum man sie in solcher Einsamkeitsang und von welcher Art die Sänger waren, dies waren Fra-gen, welche des Adepten erschreckte Phantasie gar nicht zu lösenversuchen durfte, da sie von all den deutschen Gebilden desAberglaubens, Niren, Erlkönigen, Währwölfen, schwarzen,weißen, blauen und grauen Geistern, aufgeregt war.

Bald ward ein andrer seiner Sinne mit der Untersuchungbeschäftigt. Am äußersten Ende eines der Gänge der Kirche,wo einige Stufen abwärts führten, befand sich eine kleineeiserne Gitterthür, die, so viel er sich entsann, nach einemniedrigen Gewölbe, vielleicht der Sakristei, führte. Als er, dieRichtung des Klanges verfolgend, sein Auge dorthin wandte,bemerkte er einen starken Widerschein rothen Lichtes, welchesdurch die Eisenstäbe schimmerte und die Stufen beschien, dieHinunterführten. Dousterswivel war einen Augenblick ungewiß,was zu thun sei; dann, plötzlich einen verzweifelten Entschlußfassend, ging er auf die Stelle los, woher das Licht kam.

Er rüstete sich mit dem Zeichen des Kreuzes und allen an-