Druckschrift 
9 (1851) Der Alterthümler
Entstehung
Seite
151
Einzelbild herunterladen
 

heilen des nördlichen Britanniens. Bei ihm war, wie bei vie-len schlechten Menschen, der Argwohn, beleidigt zu sein, unddie Lust, sich zu rächen, ganz eng mit einander verbunden-Daher hatte fich Doustcrswivcl kaum wieder aufgerichtet, alser auch im Stillen seinem Wohlthäter Verderben schwur, undzum Unglück besaß er nur zu viele Macht, um dasselbe zu be-schleunigen.

Aber obwohl der Durst nach Rache seine Seele erfüllte,so war doch jetzt nicht Zeit solchen Betrachtungen nachzuhängen.Die Stunde, der Ort, seine eigne Lage oder auch vielleicht dieNähe oder Gegenwart seiner Gegner, machten Selbsterhaltung zuseiner ersten Aufgabe. Die Laterne war umgeworfen und in derVerwirrung ausgelöscht worden. Der Wind, welcher früher solaut durch die Ruinen heulte, hatte sich nun ziemlich gelegt undwar durch den Regen zu Ruhe gebracht worden, welcher starkniederfiel. Der Mond hatte sich aus gleichem Grunde gänzlichversteckt, und obwohl Dousterswivel einigermaßen mit den Rui-nen bekannt war und wußte, daß er das östliche Thor der Kirchesuchen müsse, so waren seine Gedanken doch so stark verwirrt, daßer einige Zeit nachsinnen mußte, ehe er Gewißheit hatte, welcheRichtung einzuschlagen sei In dieser Verwirrung begannendie Eingebungen des Aberglaubens, indem die Finsterniß undsein böses Gewissen zu Hilfe kamen, seine verstörte Einbildungs-kraft auf's Neue zu beunruhigen.Aber nein!" sagte er muthigzu sich selber,'s ist Alles Unsinn Alles nur ein Theil der ver-dammten Possen und Betrügereien. Teufel! daß ein dickköpfigerschottischer Baronet, den ich fünf Zahr bei der Nase herumführte,den Hermann Dousterswivel betrügen sollte!"

Als er zu diesem Schlüsse gekommen war, ereignete sich et-was, wodurch der Grund, auf welchen er gebaut hatte, be-deutend erschüttert wurde. Bei dem klagenden Seufzen des hin-