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Wänden wachsen, ist doch weit erquickender, als der dumpfigeDunst dort unten. Zur Nacht duften diese Blumen am schönsten,die man am meisten bei solchen alten Mauern findet; nun, Mr-Lovel, kann einer von Ihren Gelehrten einen richtigen Grunddavon angeben?"
Lovel antwortete verneinend.
„Ich denke," fuhr der Bettler fort, „es ist damit, wie mitden guten Gaben mancher Menschen, die sich oft im Unglück am be-sten bewähren — oder vielleicht ist'S ein Gleichniß, um uns zu leh-ren, daß wir die nicht gering achten, die in der Dunkelheit derSünde und in der Noth der Versuchung befangen sind, weil GottDüfte sendet, um die schwärzeste Stunde zu verschönen, und Blu-men und angenehme Büsche, um verfallene Mauern zu bekleiden.Und nun möcht'ich wohl von einem klugen Manne wissen, ob demHimmel nicht der Anblick höchst angenehm ist, den wir hier genie-ßen — die sanften und ruhigen langen Mondstrahlen, die so stillaufdem Boden dieser alten Kirche liegen und durch die hohen Pfei-ler und die Oeffnungen der Bogenfenster hereinschauen, und aufden Blättern des dunkeln Efeustanzen, sowie sie derWind nur einwenig bewegt — Ich sollte mich wundern, wenn dies Alles demHimmel nicht angenehmer ist, als wenn der Ort mit Lampen, Ker-zen und Fackeln erleuchtet wäre, und erfüllt mit Cymbeln und Po-saunen, wovon in der heiligen Schrift gesagt ist, und dann auchmit der Orgel, mit singenden Männern und Frauen, mit Pfeifenund Zinken und allen möglichen Instrumenten. Ja, wissen möcht'ich, ob das dem Himmel angenehmer war, oder ob es gerade diesGepräge und die Ceremonicn waren, wovon gesagt ist, „es istein Greuel vor mir." Ich denke, Mr- Lovel, wenn zwei armezerknirschte Herzen, wie wir, die Gnade finden, unser Gebet" —
Hier legte Lovel geschwind seine Hand an des Bettlers Armund sagte: „Still, ich hörte Jemand sprechen-"