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„Ich höre nicht gut," antwortete Edie flüsternd, „aber hierfind wir ganz ficher — woher kam der Schall?"
Lovel deutete auf die Thür des Chors , welche, stattlich ver-ziert, das westliche Ende des Gebäudes einnahm. Drüber befandsich ein Bogenfenster, welches dem vollen Mondlicht freien Ein-gang gestattete."
„Es kann Niemand von den unfern sein," sagte Edie eben soleise und vorsichtig; „nur zwei von ihnen kennen den Ort, und diebefinden sich viele Meilen weit von hier, wenn sie noch auf diesermüden Pilgerfahrt begriffen sind. Unmöglich kann ich denken, daßzu dieser späten Stunde die Gerichtsdicner hieher kämen. An alteWeibermärchen von Gespenstern glaub' ich nicht, obwohl dies einschöner Platz für sie wäre- Aber mögen sie von dieser oder jenerWelt sein, da kommen sie! zwei Männer und ein Licht!"
Und wirklich verdunkelten, während der Bettler sprach, zweimenschliche Gestalten mit ihrem Schatten den Eingang zum Chor,welcher zuvor den Blick auf die mondbeschienene Wiese draußengewährt hatte, und die kleine Laterne, die einer von ihnen trug,schimmerte bleich vor den klaren, lichten Mondstrahlen, gleich demAbcndsterne bei dem Glanze des scheidenden Tages. Der erste undnächste Gedanke war, daß, trotz der Versicherungen Edie Ochil-trce's, die Personen, welche dieRuinenzu einer so ungewöhnlichenStunde betraten, die Gerichtsdiener wären, welche Lovel suchten-Aber nichts in ihrem ganzenBenehmen bestätigte dieseVermuthung.Eine Berührung und ein paar leise Worte des alten Mannes erin-nerten Lovel, daß das beste für ihn sei, ganz ruhig zu bleiben, undvon ihrem gegenwärtigen Versteck die Bewegungen jener zu beob-achten. Sollte etwas Vorkommen, was den Rückzug nothwendigmachte, so hatten sie im Hintergründe die steinerne Treppe undHöhle, mittelst deren sie in den Wald entfliehen konnten, bevor ih-nen die Gefahr zu nahe käme. Sie hielten sich daher so still als