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9 (1851) Der Alterthümler
Entstehung
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so gewissenlos von einem Manne geübt wurden, der sich ausder Hefe des Volks erhoben hatte. Seine Abenteuer, obwohlsorgfältig verhehlt, flüsterte man sich doch schon überall zu,und die Geistlichen zeigten bereits auf ihn als einen Zaubererund Genossen böser Geister, weil der Arme, der einen sogroßenSchatz auf so seltsame Weise erhalten, ihn nicht zu heiligengesucht hatte, welches doch durch Abtretung eines großen TheilSan die Kirche hätte geschehen sollen. Von öffentlichen und ge-heimen Feinden umringt, durch tausend Fehden bedrängt undvon der Kirche mit Ercommunication bedroht, bereute MartinWaldeck, oder wie wir ihn jetzt nennen müssen, der Freiherrvon Waldeck, oft bitterlich, daß er die Mühen und die Freudenseiner unbeneideten Armuth nicht mehr genieße. Aber seinMuth sank bei all diesen Schwierigkeiten nicht und schien sichvielmehr in dem Verhältnisse zu steigern, als die Gefahr zu-nahm, bis endlich ein Vorfall seinen Sturz beschleunigte.

Der regierende Herzog von Vraunschweig hatte alle edelnDeutschen von freier und tadelloser Abkunft zu einem feierli-chen Turnier eingeladen, und Martin Waldeck, prächtig ge-rüstet und von seinen beiden Brüdern, nebst einem stattlichenGefolge, begleitet, war anmaßend genug, unter der Ritter-schaft des Landes zu erscheinen und seine Zulassung in dieSchranken zu fordern. Dies hieß das Maaß seiner Frechheitvoll machen. Tausend Stimmen riefen:wir wollen nicht, daßsich ein Kohlenbrenner in unsre Nitterspicle mische." Bis zumWahnsinn erzürnt, zog Martin sein Schwert und schlug denHerold nieder, welcher sich, in Folge des allgemeinen Geschreies,seinem Eintritt in die Schranken widersctzte. Hundert Schwer-ter entblößten sich, um zu rächen, was in jenen Tagen höch-stens dem Verbrechen des TempelraubcS oder Fürstenmordesnachgestcllt ward. Waldeck wurde, nachdem er sich wie ein