Druckschrift 
9 (1851) Der Alterthümler
Entstehung
Seite
41
Einzelbild herunterladen
 

stärkte seinen wankenden Muth, und Stolz ergänzte das, wasan Entschlossenheit mangelte; er ging daher mit ziemlicherFestigkeit auf das Feuer zu, und die Gestalten erschienen nurum so wilder, phantastischer und übernatürlicher, je näher erder Versammlung kam. Er ward mit einem lauten AusbruchLbeltönenden und unnatürlichen Gelächters empfangen, welchesseinem betäubten Ohre beunruhigender klang, als die häßlich-sten und traurigsten Töne, die man sich denken kann. »Werbist du?" sagte der Riese, während er in seine wilden undgräßlichen Züge eine Art Würde zu legen suchte, und ste gleich-wohl dann und wann durch ein krampfhaftes Lachen, welcheser zu unterdrücken schien, verzerrt wurden.

Martin Waldeck, der Köhler," antwortete der kühne Jüng-ling;und wer seid Ihr?"

Der König der Wildniß und der Minen," antwortete dasGespenst;und warum wagtest du meine Geheimnisse zubelauschen?"

Ich wollte einen Brand holen, um mein Feuer wiederanzuzünden," antwortete Martin kühn, und sodann fragte erentschlossen :was für Geheimnisse feiert Ihr hier?"

Wir feiern," antwortete der gefällige Geist,die Hochzeitdes Hermes mit dem schwarzen Drachen- Aber nimm deinFeuer, das du suchtest und geh' kein Sterblicher darf unslange zusehn und leben."

Der Bauer spießte mit der Spitze seines Speeres einengroßen Holzbrand an, den er nur mit einiger Mühe empor-heben konnte, worauf er sich wandte, um wieder nach seinerHütte zu gehen; das Gelächter erneuerte sich hinter ihm mitgrausenerregender Heftigkeit und hallte tief in der engen Thal-schlucht wieder. Als Martin zu seiner Hütte kam, war seineerste Sorge, wie betroffen er auch von dem Gesehenen sein